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Newsletter der Landeszentrale 02/2021



Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das KZ Auschwitz. Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde im Jahre 1996 in der Bundesrepublik Deutschland als Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes ins Leben gerufen. Im Januar 2021 erinnern wir zum 76. Mal an die Befreiung von Auschwitz. Angesichts der Pandemie-Situation wird es an diesem Tag nur Online-Angebote der Gedenkstätten geben.  

Neben dem umfangreichen Informationsangebot im bpb-Themenportal Geschichte stellt auch der Publikationsbereich der LZT ein breites Angebot für die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und dem KZ-System zur Verfügung, gerade auch unter dem Aspekt der Regionalgeschichte des Nationalsozialismus in Thüringen. Einige ausgewählte Publikationen stellen wir Ihnen in unserem heutigen Newsletter vor.

Peter Reif-Spirek, stellvertretender Leiter der Landeszentrale für politische Bildung

 



Verlagspublikationen
Kinder und Jugendliche in Auschwitz - die Bücher von Anja Tuckermann, Götz Aly und Annette Leo

Im Publikationsangebot der Landeszentrale für politische Bildung sind mehrere biographische Bände erhältlich, die sich für die schulische Thematisierung des KZ Auschwitz besonders eignen:

Götz Aly zeichnet in seinem Buch „Eine von so vielen“ das kurze Leben von Marion Samuel nach, die als 11jährige im Frühjahr 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. „Alys Buch müsste von jeder öffentlichen und Schulbibliothek als Pflichtlektüre angeschafft werden“ (Hans Martin Lohmann, Die ZEIT).

Auch der Sinto Hugo Höllenreiner wird als Kind nach Auschwitz-Birkenau deportiert und im April 1945 im KZ Bergen-Belsen befreit. Anja Tuckermann schildert seine Lebensgeschichte und hat für ihr Buch „Denk nicht, wir bleiben hier!“ den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten.

Willy Blum war 16 Jahre alt, als er in Auschwitz ermordet wurde. Von ihm blieb nur ein Name auf einer Liste, neben dem durchgestrichenen Namen Jerzy Zweigs, der durch Bruno Apitz Roman „Nackt unter Wölfen“ weltberühmt wurde. Annette Leo erzählt in „Das Kind auf der Liste“ die bisher unbekannte Geschichte von Willy Blum und seiner Familie.

Das Buch von Sybille Steinbacher „Auschwitz. Geschichte und Nachgeschichte bietet einen komprimierten Überblick über die Geschichte von Auschwitz und ist eine wichtige Ergänzung der biographischen Bände.

Die vorgestellten Bücher sind Verlagspublikationen und wir versenden sie nur in Thüringen. Sie können über den jeweiligen Link im Buchtitel auf der Homepage der LZT bestellt werden. 

 



Eigenpublikationen der LZT zur regionalen KZ-Geschichte
Die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora

Auch wenn derzeit Gedenkstättenprojekte nicht möglich sind, ist eine intensive Auseinandersetzung mit der KZ-Geschichte im schulischen Kontext durchführbar. Anfang 1945 räumte die SS die Konzentrationslager Auschwitz und Groß-Rosen sowie andere Zwangsarbeitslager für Juden  im besetzten Polen. Über 20.000 Häftlinge kamen nach Buchenwald, die meisten von ihnen waren Juden unterschiedlicher Nationalität. „Bei der Ankunft der Transporte in Buchenwald spielten sich Szenen ab, die selbst langjährige Häftlinge in Schrecken versetzte…Nach der Räumung von Auschwitz und Groß-Rosen war das KZ Buchenwald Ende Februar 1945 mit über 110.000 registrierten Häftlingen das größte noch existierende Konzentrationslager im Deutschen Reich“, schreibt Michael Löffelsender in unserer neuen LZT-Publikation „Das KZ Buchenwald 1937-1945“ über die Endphase des KZ Systems.

Die  LZT-Eigenpublikation „Zwangsarbeit für den Endsieg. Das KZ-Mittelbau-Dora 1943-1945" von Jens Christian Wagner gibt einen Überblick über die Lagergeschichte und thematisiert auch die vielfältigen Beziehungen  zwischen dem KZ Mittelbau-Dora und dem KZ Auschwitz.  Das KZ Mittelbau-Dora wurde gewissermaßen zur Fortsetzung des KZ Auschwitz, denn mit tausenden Häftlingen kamen auch rund 1000 SS-Angehörige aus Auschwitz in den Südharz, darunter der gesamte Auschwitzer Kommandanturstab.



Weitere Publikationen der LZT zum Thema Nationalsozialismus

Neben den im Newsletter vorgestellten Büchern hat die Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen sieben themenspezifische Blätter zur Landeskunde und 25 weitere Bücher und Broschüren im Publikationsangebot.

Eine vollständige Auflistung dazu findet sich auf der Homepage der LZT. Darüber können die Bücher und Blätter zur Landeskunde auch bestellt werden.

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Online-Veranstaltung
Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde.

Film und Gespräch zum Holocaust-Gedenktag mit der Regisseurin Nicola Alice Hens

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, starten Kino mon ami Weimar und Landeszentrale ihr gemeinsames Projekt „Jüdische Geschichte(n) – Filmreihe zum Themenjahr ‚Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen‘“ mit dem Dokumentarfilm „Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde“ auf www.kinomonami.de.

Der Film erzählt atmosphärisch mit teils animierten Bildern den beeindruckenden Lebensweg von Marthe Cohn. Mit 100 Jahren tourt diese wie ein Rockstar durch die ganze Welt. Die kleine weißhaarige Frau hat Charakter, Humor und viel Energie. Ihre Vorträge sind unterhaltsam und gespickt mit Pointen, mit Schlagfertigkeit und Charme fesselt Marthe ihr Publikum. Und mit ihrer unglaublichen Lebensgeschichte: Marthe ist französische Jüdin aus Metz, die im Krieg ihren Verlobten und ihre Schwester verlor und sich 1945 entschied, als Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland ihr Leben aufs Spiel zu setzen und für das Ende des Krieges zu kämpfen. 60 Jahre sprach sie nicht über ihre unglaubliche Geschichte.
Auf der Leinwand kann man Marthe heute dabei beobachten, wie sie mit der liebevollen Unterstützung ihres Mannes Major mit fast manischem Eifer die Welt bereist, um ihre Geschichte mit der jungen Generation zu teilen. Denn sie weiß: Viel Zeit bleibt ihr nicht.

Der Film kann vom 27.1. bis 2.2.2021 als kostenloses Streaming-Angebot über Vimeo abgerufen werden. Hierzu können sich Interessierte ab 27.1. auf www.kinomonami.de unter Angabe ihrer E-Mail-Adresse anbmelden und erhalten dann einen Zugangslink. Außerdem steht dann ein zuvor aufgezeichnetes Filmgespräch zwischen Edgar Hartung (Kino mon ami Weimar) und Regisseurin Nicola Alice Hens (Baihaus Universität Weimar) auf der Kinio-Website als Video zur Verfügung.

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Online-Veranstaltung
Die Online-Vorlesungsreihe "Städte ohne Rassismus" wird fortgesetzt:

Gemeinsam mit der Professur Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar laden wir zu weiteren Terminen der Ringvorlesung »Städte ohne Rassismus« ein. Interessierte sind herzlich eingeladen, an den mittwochs um 19 Uhr stattfindenden öffentlichen Vorlesungen teilzunehmen. Link zur Vorlesung 

Die nächsten Vorträge:

27. Januar 2021: Aufsuchende Distanzierungsarbeit - Zugänge, Methoden und Grenzen, Peer Wiechmann, Distanz e.V.

3. Februar 2021: Betroffene von rechter Gewalt in Thüringen. Warum ein spezifisches Beratungsangebot notwendig ist, Robert Friedrich, ezra Opferberatung Thüringen

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Online Buchvorstellung
"Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen"

Am 28. Januar 2021 wird Katharina Nocun in einem Online-Talk der Landeszentrale ihr mit Pia Lamberty verfasstes Buch vorstellen und für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Für Interessierte: Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist nur nach Anmeldung möglich. Hierzu kann die Anmelde-Funktion auf der Veranstaltungsankündigungsseite unserer Homepage genutzt werden. Eine Anmeldung kann außerdem direkt per E-Mail (LZT_PF@tsk.thueringen.de) erfolgen.

Angemeldete erhalten dann am Veranstaltungstag einen Einladungslink zum als Webex-Meeting geplanten Online-Talk.

Einladungsvideo



Online-Veranstaltung
Online-Buchvorstellung mit Robert Claus: "Ihr Kampf. Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert"

Europas Neonaziszene trainiert für den Tag X, an dem den Ultrarechten der politische Umsturz gelingen soll – und dafür rüsten sich die extremen Rechten, indem sie Kampfsport betreiben. Robert Claus hat viele „Fight Nights“ in Deutschland und Europa besucht und beobachtet eine zunehmende Professionalisierung der körperlichen Gewalt. Seine spannenden Einblicke zeigen ein wachsendes internationales Kampfsport-Netzwerk militanter Neonazis mit Verbindungen zu Hooligans, RechtsRockbands und Securityunternehmen. Thüringen ist dabei ein zentraler Knotenpunkt: Hier gibt es nicht nur mehrere extrem rechte Kampfsportgruppen und Vereine, sondern der Freistaat ist immer wieder auch Veranstaltungsort für Kampfsport-Events. Die Thüringer Neonazi-Szene ist mit ihren internationalen RechtsRock- und Gewalt-Netzwerken seit Jahren ein zentraler Akteur.

Robert Claus arbeitet seit vielen Jahren zur extremen Rechten im Sport. Er gibt in seinem Buch neue, besorgniserregende Einblicke in eine Welt voller Gewalt und Hass, ein hoch brisantes und warnendes Buch in Zeiten des rechten Terrors.

Die gemeinsame Veranstaltung mit Mobit e.V. findet am 10. Februar um 18 Uhr statt und wird auf den Facebookseiten der LZT und von Mobit gestreamt werden.



Online-Gespräch
Online-Gespräch mit Prof. Dr. Fabian Virchow: "Die Proteste der Pandemie-Leugner: Strömungen, Weltbilder und Radikalisierungspotenziale"

Bei den »Querdenker«- oder »Hygiene«-Demonstrationen finden Menschen zusammen, die früher eher selten gemeinsam auftraten: Umweltschützer marschieren neben QAnon-Anhängern, Esoteriker neben Hooligans, die Reichskriegsflagge flattert neben der Peace-Fahne. Die politischen Orientierungen dieser neu entstandenen Mischszene sind jenseits des Protests gegen die staatlichen Maßnahmen widersprüchlich, ihre  soziale Bewegungsdynamik ist offen. Die radikale Rechte in ihren unterschiedlichen Facetten war lange auf der Suche nach ihrem Standpunkt zur aktuellen Pandemie-Politik, um sich dann den Protesten anzuschließen. Sie will diese Proteste radikalisieren, inszeniert sich als ihr militanter Arm und sucht dabei  - wie in Leipzig oder in Berlin beim versuchten Sturm  auf das Reichstagsgebäude - auch die direkte Konfrontation mit der Polizei.  Die unverzichtbare Abgrenzung von Demokratiefeinden und radikalen Rechten erodiert offensichtlich in der Gesellschaft. 
Prof. Fabian Virchow hat sich diese Entwicklung für Nordrhein-Westfalen mit seinem Team am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der Hochschule Düsseldorf genau angesehen. Entstanden ist dabei die Studie „Pandemie-Leugnung und extreme Rechte in Nordrhein-Westfalen“. Wir wollen mit ihm über die Ergebnisse der Studie sprechen, die sich in vielen Punkten auch auf die Entwicklung in Thüringen übertragen lässt. 

Prof. Fabian Virchow leitet den Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der Hochschule Düsseldorf und hat sich insbesondere mit der Aktionspolitik der radikalen Rechten auseinandergesetzt. In der LZT-Schriftenreihe ist von ihm das Buch "Nicht nur der NSU. Eine kleine Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland" erschienen. 

Die gemeinsame Veranstaltung mit Mobit e.V. wird am 16. Februar 2021 ab 18 Uhr auf den Facebookseiten der LZT und von Mobit gestreamt werden.  

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Impressum:

Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
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Online-Redaktion: Michael Panse

Tel: 0361 / 57-3212725 | E-Mail: LZT_PF@tsk.thueringen.de

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