Veranstaltungen

05.07.2021
bis 09.07.2021 | Rudolstadt, Weimar, Eisenach, Sondershausen, Steinach
Film-Tour aus Anlass des 75 Jahrestages der DEFA-Gründung: Einführungen und Filmgespräche mit Klaus-Dieter Felsmann
Vor 75 Jahren wurde die DEFA gegründet, die in der DDR ein Monopol für die Produktion von Kinofilmen besaß. Von 1946 bis 1992 entstanden etwa 700 Spielfilme, 750 Animationsfilme sowie 2250 Dokumentar- und Kurzfilme. Dieses Filmerbe ist vielgestaltig: Neben plumper Propaganda und seichter Unterhaltungskost finden sich ambitionierte Filmkunst und engagierte Meisterwerke mutiger Filmemacher*innen. Die im DEFA-Studio für Spielfilme hergestellten Gegenwartsfilme wurden oft mit dem Anspruch produziert, aktuelle Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen als verdichtete Zeitzeugnisse zu inszenieren. Können diese Filme heute eine Quelle der Interpretation von DDR-Geschichte sein? Können Sie im Rahmen von politischer Bildung das Gespräch über Alltags- und Diktaturgeschichte der DDR oder auch andere Themen anregen? In seinem Buch „Inszenierte Realität. DEFA-Spielfilme als Quelle zeitgeschichtlicher Deutung“ bejaht Klaus-Dieter Felsmann, Autor der LZT-Publikation „DEFA-Film gedreht in Thüringen“ und langjähriger Referent und Gesprächspartner bei Filmveranstaltungen der Landeszentrale, diese Frage. Nach ihm verfügen Gegenwartsfilme aus dem DEFA-Spielfilmstudio meist über einen besonderen Stellenwert im Deutungsdiskurs ihrer Entstehungszeit. Die Filmemacher versuchten, in ihren Geschichten Ausschnitte des gesellschaftlichen Lebens authentisch darzustellen und über die Fiktion eine neue, oft auch kritische und spannungsreiche Dimension gegenüber der Realität zu schaffen. Nicht selten bedeutete das eine permanente Gratwanderung angesichts der staatlich verfügten Kulturpolitik. Somit finden heutige Rezipienten in den Filmen nicht alles vor, was erzählenswert gewesen wäre – vieles bleibt nur angedeutet. Dennoch vermitteln die aufgegriffenen Konfliktkonstellationen insbesondere über die Bildebene eine genaue Anschauung der damaligen Lebenswirklichkeit.
Im Rahmen einer den Titel des Buches „Inszenierte Realität…“ von Felsmann nutzenden Filmreihe zeigt die Landeszentrale an fünf Tagen in fünf Orten fünf DEFA-Spielfilme:
05.07. | Rudolstadt | Vorspiel (1987)
06.07. | Weimar | Das zweite Gleiß (1962)
07.07. | Eisenach | Weite Straßen – stille Liebe (1969)
08.07. | Sondershausen | Einfach Blumen aufs Dach (1979)
09.07. | Steinach | Der nackte Mann auf dem Sportplatz (1974)
Klaus-Dieter Felsmann, dessen titelgebendes Buch im Rahmen der Filmreihe kostenfrei erhältlich sein wird, führt in die Filme ein und wird im Anschluss an die Vorführungen das Gespräch mit dem Thüringer Publikum suchen.
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INSZENIERTE REALITÄT – DEFA-Spielfilme als Quelle zeitgeschichtlicher Deutung
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