Veranstaltungen

02.07.2021 | 18:00 | Kulturkirche Löbstedt, Am Teich, Jena
Buchgespräch mit Freya Klier, Doris Liebermann und Lothar Tautz

Die Mauer war gefallen und ein neues, geeintes Deutschland entstand, der Jubel war überwältigend. Endlich Freiheit, Wohlstand und Demokratie für alle Deutschen! Doch kurz nach der Wende dann der Schock: Arbeitslosigkeit, Abwanderung in
den Westen und fehlende Perspektiven holten die Menschen ein. Deutschland vereinigt, aber doch gespalten – wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich. Welche Rolle spielte die Treuhand beim Niedergang der ostdeutschen Wirtschaft? Woher kamen plötzlich die vielen Rechtsradikalen im Osten, hat man die bisher übersehen? Und wie entwickelte sich die Vereinigung von Ost und West? Zeitzeugen aus Ost und West erinnern sich und ziehen Bilanz. Mit Beiträgen von Jörg B. Bilke, Heidi Bohley, Helga Druxes, Andreas Dürr, Monika Fabricius, Gesine Keller, Stephan Krawczyk, Editha Krummreich, Reiner Kunze, Norbert Lammert, Doris Liebermann, Katharina Oguntoye, Norbert F. Pötzl, Friedhelm Schülke, Rainer Seidel, Peter Tauber, Lothar Tautz, Wolfgang Thierse und Herbert Wagner.

Freya Klier (Hg.), geb. 1950 in Dresden. Autorin, Schauspielerin, Theaterregisseurin, Dokumentarfilmerin, Bürgerrechtlerin. 1980 war sie Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung, 1968 erstmalige, 1988 erneute Verhaftung und Ausbürgerung. Ausgezeichnet u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz (2012), dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis (2016) und Karl-Wilhelm-Fricke-Preis (Hauptpreis der Bundesstiftung Aufarbeitung, 2020).

Lothar Tautz, geb. 1950 in Erfurt, Maschinenbauer, Chefrequisiteur des Erfurter Theaters, studierte Pädagogik und Theologie an den Kirchlichen Hochschulen in Naumburg und Berlin, Geschäftsführer des Evangelischen Kirchentages, Pfarrer in Weißenfels, dort 1989 Initiator der Friedensgebete und Moderator des Runden Tisches, SPD Mitglied. Ab 1990 Leitungstätigkeit u.a. in der letzten DDR-Regierung, im Bundeswirtschaftsministerium und der Magdeburger Staatskanzlei. Seit 2008 im Bundesvorstand des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. 2018 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz.

Doris Liebermann, geb. 1953 in Thüringen, studierte in Jena Theologie. Nach einer Unterschriftensammlung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wurde sie vorübergehend festgenommen und 1977 ausgebürgert. Sie studierte Osteuropäische Geschichte und Slavistik an der FU Berlin. Seit 1983 arbeitet als Autorin für Funk, Fernsehen und Printmedien. 1998 veröffentlichte sie mit Jürgen Fuchs die Anthologie „Dissidenten 1968-1998“. Daneben u.a.: Ein Piratenstück. Der 1. Leipziger Herbstsalon 1984, seine Vorgeschichte und seine Protagonisten“ (2015).
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