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04.10.2022 | 18:00 | METROPOL Kino, Leipziger Str. 24, 07545 Gera
Filmgespräch mit Regisseurin Luisa Bäde und dem Protagonisten Frank Karbstein

Zwei Menschen treffen sich in einem Studio. Um sie herum Kulissen. Und viele Puppen. Und mittendrin der Puppenspieler Frank Karbstein. Im Gespräch mit der Filmemacherin Luisa Bäde und im Spiel mit den Puppen erinnert er sich an seine eigene Geschichte in der ehemaligen DDR. In den 1980er Jahren werden er und seine Freunde und Gefährten wegen Verteilung von pazifistischen Flugblättern festgenommen. Nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe bekommen die Angeklagten das Angebot, über den geheimen Freikauf politischer Häftlinge in den Westen zu gehen. Frank bleibt. Doch die Frage bleibt: Wer hat sie verraten? Die Filmemacherin Luisa Bäde wählt für ihr Langfilmdebüt einen ganz neuen Zugang zu ihrer Geschichte. Zusammen mit ihrem Team hat sie Frank Karbstein eine Bühne gebaut und die Menschen aus seinem Leben, einschließlich ihn selbst, als Handpuppen nachempfunden. Und was zunächst sehr viel Spielerisches hat, entwickelt sich, auch durch Bädes ruhige, sensible Art, die Geschehnisse zu dokumentieren, zu einem sehr berührenden Stück biografischer Aufarbeitung der Geschichte. Die Aussagen ehemaliger Freunde und Weggefährten lässt Bäde aus dem Off erklingen, sodass sie nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für Frank Karbstein neu und überraschend sind. Auf diese Weise gelingt Bäde eine ganz unmittelbare, nahe und direkte Dokumentation, die trotz der puppenspielerischen Momente immer menschlich und authentisch wirkt. Ein faszinierender, sehr origineller Film.
Kooperationspartner: METROPOL Kino Gera
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