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Newsletter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen 13/2021



Aktuelles
13. August: 60. Jahrestag des Mauerbaus

In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961, einem Sonntag, begannen bewaffnete Kräfte damit, an der Grenze zu Westberlin Stacheldrahtsperren aufzubauen und wenige Tage später inmitten Berlins eine erste Mauer zu errichten, die aus Betonplatten und Hohlblocksteinen bestand.

Die Grenze zur Bundesrepublik war längst hermetisch abgeriegelt, gleichwohl wurden nach dem 13.08. die Sicherungsmaßnahmen weiter verstärkt und die ersten Minenfelder geschaffen. Bis dahin hatten seit DDR-Gründung 2.5 Mio. Menschen das Land gen Westen verlassen. Mit dem Bau des „antifaschistischen Schutzwalls“ und den weiteren Sicherungsmaßnahmen sicherte die DDR ihr Überleben.

Unsere Publikation „Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland“ informiert umfangreich über Mauer und Grenze – bis hin zu deren Fall am 9.11. 1989.

Für Fluchtwillige war es nun noch riskanter und schwieriger, das Land zu verlassen. Am 17.August 1962 starb Peter Fechter. Er ist das wohl bekannteste Opfer der deutschen Teilung. Der 18jährige starb öffentlich; die Bilder des sterbenden jungen Mannes gingen um die Welt.

Unsere Neuerscheinung in der Reihe „Geschichte hinterm Bild“ erzählt sein Schicksal.

In der gleichen Reihe haben wir im Angebot die Broschüre „Sprung in die Freiheit 1961“, die das zur Ikone gewordene Bild eines flüchtenden Grenzsoldaten am 15. August 1961 in Berlin ins Zentrum der Betrachtung stellt. An der innerdeutschen Grenze war die Aussiedlungsaktion „Kornblume“ am 3.Oktober 1961 eine drastische und dramatische menschenrechtswidrige Maßnahme, die insbesondere in Thüringen viele Familien betraf. Unser landeskundliches Blatt „Aktion Kornblume“ erzählt die Geschichte. Über das Leben im Grenzgebiet berichtet die gleichnamige Broschüre aus derselben Reihe.

Eine grundlegende politisch-historische Einordnung über den Zeitraum 1949-1961 liefert unser Buch „Von der Staatsgründung zum Mauerbau. Das geteilte Deutschland in den 1950er Jahren.“ von Dieter H. Kollmer.

Eine Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer findet am Grenzlandmuseum Eichsfeld am Freitag, dem 13. August, 17.00 Uhr statt. Der Leiter der LZT, Franz-Josef Schlichting, wird die Gedenkansprache halten. „Die Mauer sollte den diktatorischen Sozialismus in Europa auf Dauer sichern. Die Erinnerung an die Mauer sichert nun, dass er dauerhaft im Gedächtnis der Welt verankert bleibt.“ (Klaus-Dietmar Henke)    

 



Veranstaltungsrückblick
60. Jahrestag des Mauerbaus

Zum 60. Jahrestag des Mauerbaus präsentierte die Landeszentrale in Kooperation mit dem Thüringer Landesbeauftragten der Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA) am 3. August im Lichthauskino Weimar den Film "Ballon" in Verbindung mit einem Zeitzeugengespräch, in dem einer der Protagonisten jener spektakulären Ballonflucht 1979, Günter Wetzel, eingeladen war. Schon im Juli hatte mit dem Film und dem Zeitzeugen ein dreitägiges Schulprojekt am Otto-Schott-Gymnasium Jena stattgefunden, bei dem die Schülerinnen und Schüler zusätzlich Quellenarbeit an Akten leisteten und sich in Zusammenarbeit mit einer Pädagogin und einem Historiker vom Thüringer Zeitzeugenarchiv "Matthias Domaschk" (ThürAZ) sowohl mit Fluchtgründen als auch mit der Jenaer Bürgerrechtsbewegung in den 1980er Jahren beschäftigten. Neben dem ThürAZ und der Schule war auch hier der ThLA wichtiger Mitstreiter.

Eine Beschäftigung mit der innerdeutschen Grenze am Rennsteig zwischen Sonneberg und Coburg, mit dem schwierigen Leben im Grenzgebiet, mit Dennunziationen und Gewalt bis zur Zwangsaussiedlung, eingebettet in eine über ein halbes Jahrhundert verfolgte Familiengeschichte liefert der Roman "Was uns erinnern lässt" von Kati Naumann. Die Autorin stellt ihren Roman am 6. September um 19:00 Uhr in der Bibliothek Hermsdorf vor.

Ein weiteres Projekt zur Geschichte der deutschen Teilung fand mit dem Autor und Journalisten Roman Grafe im Gymnasium Fridericianum Rudolstadt statt. Nach zwei Online-Veranstaltungen zur Geschichte und zum Regime an der innerdeutschen Grenze begrüßte Roma Grafe die Rudolstädter Elftklässler am 13.07. zu einem die Auseinandersetzung mit dem Thema weiter vertiefenden Projekttag im DDR-Grenzbahnhof-Museum Probstzella.

 



Rückblick
Studienreise „Polen unter NS-Herrschaft. Geschichte und Folgen“ nach Krakau

Vom 25 Juli bis 1. August führte die Landeszentrale eine Studienreise zum Thema „Polen unter NS-Herrschaft - Geschichte und Folgen. Gedenkstätte Auschwitz – Spuren jüdischen Lebens in Krakau und Kleinpolen“ durch. An der stark nachgefragten Reise nahmen 27 interessierte Thüringerinnen und Thüringer im Alter von 26 bis 66 Jahren teil. Darunter befanden sich vor allem Lehrkräfte aus Thüringer Schulen, aber auch Multiplikatoren aus anderen Bereichen, so aus Gedenkstätten, aus Zeitgeschichtsarchiven, aus Geschichtsvereinen, aus der Verwaltung, aus dem universitären Bereich oder aus dem Journalismus.

Ein Schwerpunkt des Studienprogramms war die Auseinandersetzung mit der NS-Okkupations- und Vernichtungspolitik in Polen. Hierzu dienten die Exkursion in die Gedenkstätte Auschwitz, eine Führung am Ort des ehemaligen Krakauer Ghettos und eine weitere auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Plaszow sowie der Besuch im Museum „Schindler-Fabrik“, das der Besatzungsgeschichte Krakaus gewidmet ist. Zusätzlich wurde in dem Vortrag eines Teilnehmers die Geschichte des in Jena ausgebildeten Polizeibataillons 311 vorgestellt, das zur Bewachung des Ghettos und zur Judenvernichtung in Krakau eingesetzt worden war. Thematisiert wurde zudem das polnisch-jüdischen Verhältnis in Vergangenheit und Gegenwart sowie Aspekte der heutigen polnischen Erinnerungskultur, auch in Auseinandersetzung mit dem polnischen Film „Pokłosie“ (int. „Aftermath“, dt. „Nachlese“), der nach seinem Erscheinen in Polen 2021 sehr kontroverse Diskussionen ausgelöst hatte.

Ein weiterer und im Vergleich zu unseren bisherigen Studienreisen nach Krakau neuer Programm-Schwerpunkt war die Beschäftigung mit jüdischem Leben sowie jüdischer Geschichte und Kultur in Thüringens Partnerregion Malopolska außerhalb Krakaus. Dies erfolgte auch unter Bezugnahme auf die aktuell laufenden Aktivitäten zum Themenjahr „900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen“. Zunächst begann unsere Spurensuche noch in Krakau. Eine Stadtführung diente dem Kennenlernen von Kasimierz, das bis zur Besetzung Krakaus das lebendige jüdische Viertel der Stadt gewesen war. Unser Partner bei dieser und weiteren auf jüdische Kultur bezogene Aktivitäten war das Jüdische Museum Galizien in Krakau, wo wir neben einer Führung durch die Ausstellungen „Traces of Memory“ und „Eine unvollendete Erinnerung: Das jüdische Erbe und der Holocaust in Ostgalizien“ auch einen Vortag zur jüdisch-polnischen Geschichte in der Region erlebten. An zwei weiteren Tagen absolvierte die Gruppe ganztägige - vom Jüdischen Museum Galizien - entwickelte Exkursionen in Gegenden östlich von Krakau über die Grenzen Kleinpolens hinaus. Die von der Gruppe dabei „erfahrenen“ Gebiete gehörten nach den polnischen Teilungen im 18. Jahrhundert sowohl zum Habsburger als auch zum Russischen Reich. An den Stationen kamen wir in Kontakt zu zahlreichen, vor allem in den letzten Jahren aktiv gewordenen Initiativen und Vereinen, die die Geschichte ihrer früheren, im Holocaust ermordeten jüdischen Nachbarn erforschen und vermitteln möchten. Von den ca. 3,3 Millionen jüdischen Menschen, die 1939 in Polen lebten, wurden in der Zeit der deutschen Besetzung mehr als 3 Millionen ermordet. In nahezu jedem Dorf künden Synagogen, Friedhöfe und weitere Einrichtungen von der ehemals reichen, aber heute verloschenen jüdischen Geschichte und Kultur, die jetzt jedoch von polnischen Geschichtsaktivisten in Zusammenarbeit mit jüdischen Verbänden aus aller Welt aufgearbeitet, gepflegt und sichtbar gemacht werden. Mitreisende unserer Gruppe, die sich in Thüringen ebenfalls für das jüdische Erbe engagieren, knüpften bei den Begegnungen mit polnischen Gleichgesinnten Kontakte, um die Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit auszuloten.

Nach Einschätzung sowohl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch der Reiseleitung hatte die Studienreise allen Beteiligten viele neue Erkenntnisse und bewegende Eindrücke vermittelt, die bei allen noch lange nachwirken werden und individuell aufgearbeitet werden sollen. Beabsichtigt ist außerdem, die Anregungen, Erkenntnisse und Erfahrungen der Studienreise aufzugreifen, um sie in die tägliche Arbeit einfließen zu lassen.

 



Neu in unserer Reihe „Die Geschichte hinter dem Bild“
Olympische Spiele in Mexiko 1968

Protestgesten sorgen im Sport und insbesondere bei Olympischen Spielen immer wieder für Diskussionen. Aktuell hat in Tokio die Kugelstoßerin Raven Saunders ihre Solidarität mit unterdrückten Menschen bei der Siegerehrung bekundet.
Unsere jüngste Publikation in der Reihe "Die Geschichte hinter dem Bild" greift das Thema auf.

Die Olympische Spiele in Mexiko 1968 sind mit einem der bedeutendsten Fotos in der Geschichte der Olympischen Spiele verbunden. Das Fotos zeigt die Siegerehrung von Tommie Smith (Gold) und John Carlos (Bronze) im 200 Meter-Lauf. Sie protestieren gegen die Diskriminierung in den USA.
Die Publikation von Albina Aliyeva kann über die Homepage der LZT bestellt werden.

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Neu in unserer Reihe „Die Geschichte hinter dem Bild“
Die Titanic

Als mit der hoch eleganten, hypermodernen und in den Medien als unsinkbar gehandelten Titanic das größte Schiff der Welt auf seiner Jungfernfahrt in den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 gegen 2:20 Uhr nach einer Kollision mit einem Eisberg in den Fluten des Atlantiks versinkt und mehr als 1500 Menschen mit in den Tod reißt, löst das weltweit nicht nur Fassungslosigkeit, Entsetzen und Trauer aus. Schnell bilden sich auch in Technik und Fortschritt vertrauende „Jetzt erst recht“-Positionen und solche kulturkritischer Art heraus, die in der Titanic ein Menetekel und den Ausdruck menschlicher, oft mit „Amerikanismus“ in Verbindung gebrachter Hybris sehen. Autor: Günter Helmes
Zu bestellen ist die Broschüre über die Homepage der LZT.

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Neu in unserer Reihe „Die Geschichte hinter dem Bild“
Tschernobyl, 26. April 1986

Heute wissen wir, dass sich am 26. April 1986 in Tschernobyl der größte Unfall ereignete, der je ein Kernkraftwerk betraf. Einer der vier Reaktoren war durch die Explosionen völlig außer Kontrolle geraten und setzte riesige Mengen radioaktiver Substanzen frei, die in unmittelbarer Nähe tödlich wirkten und auch in größeren Entfernungen massive Schäden verursachten - Franz-Josef Brüggemeier beschreibt die Hintergründe.

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Publikationen zur Bundestagswahl

Auch wenn die Landtagswahl im September nicht stattfinden wird, der Bundestagswahltermin am 26. September 2021 steht.
Über die Homepage der LZT können zwei Broschüren der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) "Bundestagswahl 2021. Das Heft in einfacher Sprache" und "Info-aktuell. Bundestagswahl 2021" bestellt werden.

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Veranstaltung
Antisemitismus in der deutschen Rap-Szene. Ein Gespräch mit Ben Salomo über seine Erfahrungen und seinen Blick auf die Hip-Hop-Szene

11.08.2021 | 18:30 | Eckermann-Buchhandlung, Marktstr. 2, Weimar

„Ich bin 100% HipHop“, sagt Ben Salomo über sich selbst. Als Rapper und vor allem Organisator des Formats „Rap am Mittwoch“, wo deutschlandweit Rapper gegeneinander antraten, ist Salomo eine feste Größe der deutschen Rap-Szene. Er kam Anfang der 1980er-Jahre mit seiner Familie aus Israel nach Deutschland und wuchs in Berlin auf. Die HipHop-Szene stand für ihn gegen Ausgrenzung und wurde schnell auch ein Ort seiner Identität. Doch in den letzten 15 Jahren haben sich auch hier immer wieder deutliche Ausprägungen antisemitischer Ideologie gezeigt. HipHop als Spiegel der Gesellschaft, nennt es Ben Salomo und rappt im April 2021: „Insidern ist es bekannt und nicht erst seit dem Echo/ Deutscher Rap will keine Juden in seinem Ghetto“. Wir wollen mit Ben Salomo über seinen Weg und seine Erfahrungen sprechen, die er auch in seinem Buch "Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens" dargestellt hat. Die gemeinsame Veranstaltung mit Mobit Thüringen wird von Felix Steiner (Mobit) moderiert.

 



Veranstaltung
Summer Talk: „Was hat der Rechtsextremismus heute mit der DDR zu tun?“

12.08.2021 | 17:00 | Vor dem Schauspielhaus/Kulturquartier, Klostergang 4 in Erfurt

Auch in diesem Jahr gibt es eine kleine Summer Talk-Reihe. Wir starten am 12. August mit dem Thema  „Was hat der Rechtsextremismus heute mit der DDR zu tun?“.  David Begrich, Miteinander e.V. und einer der wichtigen zivilgesellschaftlichen Stimmen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, wird unser Gesprächspartner sein.

In regelmäßigen Abständen werden Debatten über die Stabilität demokratischer Orientierungen im Osten geführt. Erst jüngst sorgte der Ostbeauftragte der Bundesregierung Marco Wanderwitz für Aufregung mit seinem Befund: „Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind.“  Der Rechtsextremismus hat im Osten zweifellos eine Spezifik, die sich in einer besonderen Gewaltdichte, aber auch in einer starken Bewegungsdynamik äußert. Doch hat all dies noch etwas mit dem Erbe der DDR zu tun? Darüber wird Peter Reif-Spirek (LZT) mit David Begrich diskutieren.

Die Open Air-Veranstaltungsreihe  ist eine Zusammenarbeit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen mit dem Jugendforum Erfurt bei Radio F.R.E.I. und dem KulturQuartier.

Weitere Informationen



Veranstaltung
Buchvorstellung mit Andreas Speit: Verqueres Denken. Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus

24.08.2021 | 19:00 | Mühlhausen, Haus der Kirche, Kristanplatz

Das Erstaunen in der Mitte der Gesellschaft war groß, als bei den „Querdenker“- oder „Hygiene“-Demonstrationen Menschen zusammenfanden, die sonst eher selten gemeinsam auftreten: Umweltschützer marschierten neben Verschwörungsgläubigen, Esoteriker neben Hooligans, die Reichskriegsflagge flatterte neben der Peace-Fahne. Dieses Miteinander kommt aber nicht zufällig zustande. Wer sich für den Schutz von Menschen und Tieren einsetzt, die Natur bewahren will, alternative Formen des Lebens und Lernens praktiziert, sich vegan ernährt, Impfungen ablehnt oder nach spiritueller Erfüllung sucht, muss nicht frei von rechtem Gedankengut sein. Andreas Speit zeigt, dass in alternativen Milieus Werte und Vorstellungen kursieren, die alles andere als progressiv oder emanzipatorisch sind. Vieles davon steht in einer langen Tradition, die bis zur Lebensreformbewegung zurückreicht. Heute gehören Ökologie, Tierrechte, Waldorfschulen, biologische Ernährung, Alternativmedizin und Yoga längst zum Mainstream. Grund genug, sich auch mit ihren wenig menschenfreundlichen Aspekten auseinanderzusetzen.

Andreas Speit, freier Journalist und Publizist, Kolumnist der taz; regelmäßige Beiträge auch in anderen Medien. Autor und Herausgeber diverser Bücher zum Thema Rechtsextremismus.

 



Veranstaltung
Werner Bätzing: „Das Landleben. Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform“

24.08.2021 | 18:00 | Erfurt, Peterskirche, BUGA-Gelände Petersberg
 

In einer Zeit zunehmender Verstädterung brauchen wir eine neue Sicht auf das Landleben. Es ist keineswegs Ausdruck überholter Verhältnisse, es ist vielmehr Grundlage für die Dynamik und Spezialisierung in den Städten und Zentren. Der bekannte Geograph und Alpenforscher Werner Bätzing hält das Land mit seinen Traditionen und Kulturlandschaften für unverzichtbar. Daher mündet sein so fundiertes wie nachdenkliches Buch in Leitideen für die Zukunft des Landlebens. Gibt es heute noch ein Leben auf dem Land, das nicht städtisch geprägt ist? Und brauchen wir in der modernen Welt überhaupt ein Landleben? Oder ist es nur noch ein romantisches Relikt aus der vergangenen Zeit? Wer das Landleben verstehen will, muss Landwirtschaft, bäuerliche Kulturlandschaften, Dorfleben, Traditionen sowie die engen Verflechtungen zwischen ihnen kennen. Da das Land aber stets in einem engen Austausch mit der Stadt steht, muss er auch verstehen, welche Auswirkungen die Industrielle Revolution, die Entdeckung des Landes als „schöne Landschaft“, der wirtschaftliche und demographische Wandel, die Entstehung der Konsumgesellschaft und das Erstarken des Neoliberalismus auf das Landleben besitzen - andernfalls besteht die Gefahr, das Land zu stark als Idylle wahrzunehmen. Bätzings breit angelegte und historisch fundierte Darstellung steht quer zu den üblichen Sichtweisen und lässt das Landleben in einem völlig neuem Licht erscheinen.

Werner Bätzing, Prof. em. für Kulturgeographie, ist als Alpenforscher in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit bekannt geworden. Für seine Arbeiten zum Alpenraum erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Seit 1995 beschäftigt er sich auch vertieft mit dem ländlichen Raum in Bayern und engagiert sich für seine Aufwertung.

Für den Zutritt zur BUGA ist eine Eintrittskarte erforderlich.

Weitere Informationen



Veranstaltungen
Terminvorschau September

01.09.2021 | 19:00 | Kölleda, Rittergut, Roßplatz 2A

Buchvorstellung: Yvonne Andrä, Stephan Petermann „Jenseits der Perlenkette. Eine Reise in die kleinsten Dörfer Thüringens“

06.09.2021 | 19:00 | Hermsdorf, Stadtbibliothek, Am Alten Versuchsfeld 1

Buchvorstellung: Kati Naumann "Was uns erinnern lässt"

07.09.2021 | 18:00 | Arnstadt, Musikschule (Großer Saal), Unterm Markt 1

Buchvorstellung: Wolfgang Benz "Theresienstadt. Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung"

12.09.2021 | 14:00 | Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße

7. Bürgerfest des Thüringer Geschichtsverbunds

13.09.2021 | 18:00 | Meiningen, Volkshochschule „Eduard Weitsch“ Schmalkalden-Meiningen Klostergasse 1

Vortrag: Ulrike Müller "Wider die Ohnmacht – eine persönliche und politische Kampfansage" - Bertha Pappenheim (1859-1936) und die jüdische Frauenbewegung (1904-1938)

Weitere Veranstaltungen auf unserer Homepage und im Programmheft "Das politische Buch im Gespräch" sowie "Veranstaltungen und Projekte - 2. Halbjahr 2021"

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