Veranstaltungen

12.05.2021 | 19:00 | Online-Veranstaltung
Als in Halle ein schwer bewaffneter Rechtsterrorist in die Synagoge einzudringen versuchte, hielt ihn nur eine schwere Holztür auf. Um diese Tür zu bekommen, die den Menschen das Leben rettete, mussten sich die Gemeindemitglieder aber ans Ausland wenden, denn der deutsche Staat wollte ihnen das nicht finanzieren. Ronen Steinke berichtet aus jüdischen Gemeinden, die um jeden Cent ringen müssen und für ihren Schutz selbst bezahlen. Er beleuchtet die Arbeit von Polizei-Ermittlern, die Gewaltopfer abwimmeln und nicht ernst nehmen. Dadurch entsteht ein großes Dunkelfeld für antisemitische Hasskriminalität. Es entsteht auch ein Raum der Straflosigkeit für die Täter, der häufig ein Moment ihrer Radikalisierung ist.

Ronen Steinke, Jurist und Redakteur der Süddeutschen Zeitung, liefert ein vielschichtiges wie beunruhigendes Porträt jüdischen Lebens in Deutschland.
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18.05.2021 | 18:00 | Online
Lesung und Gespräch im Rahmen der Reihe „Das politische Buch im Gespräch“

Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.
Tanja Langer, geb. 1962 in Wiesbaden, studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Politologie, Kunstgeschichte und Philosophie in München, Paris und Berlin. Sie inszenierte zahlreiche Theaterstücke, publizierte in großen Tageszeitungen und veröffentlichte Erzählungen, Hörspiele und Romane, zuletzt »Der Tag ist hell, ich schreibe dir« (2012; 2019 als Hörbuch gelesen von Eva Mattes) und »Der Maler Munch« (2013). Sie schreibt für bildende Künstler und Neue Musik, u. a. das Libretto für die Oper »Kleist« von Rainer Rubbert (2008). Sie lebt in Berlin.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem FrauenZentrum Erfurt und wird am 18. Mai 2021, 18.00 Uhr stattfinden.
Interessierte melden sich bitte bis spätestens einen Tag vor der Veranstaltung unter kontakt.frauenzentrum-erfurt@t-online.de mit ihrer E-Mail-Adresse an. Sie erhalten einen Einladungslink.
Buchvorstellung: Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday
20.05.2021 | 09:00 | Online-Seminar
Mit der Proklamation des preußischen Königs zum Kaiser des neu gegründeten Deutschen Reiches schien 1871 die deutsche Frage in Mitteleuropa endgültig gelöst zu sein. Seit langer Zeit hatten verschiedene gesellschaftliche Gruppen einen deutschen Nationalstaat angestrebt. War sich die Revolution von 1848 noch uneinig über den Umfang des Staatsgebildes, setzte Bismarck die kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung um. Die Grenzen Deutschlands änderten sich in den nächsten 140 Jahren bedingt durch Kriege und Teilung mehrfach. Erst der Einigungsvertrag von 1990 und der Zwei-plus-Vier-Vertrag legten die heute gültigen Grenzverläufe fest. Jede Veränderung hatte enorme Auswirkungen für die betroffene Bevölkerung. Das Seminar von Point Alpha Akademie und Landeszentrale, das ursprünglich als zweitägige Fachtagung geplant war, widmet sich ausgewählten Aspekten dieser Fragestellungen.
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„Vom Deutschen Reich zum wiedervereinigten Deutschland. Kontinuitäten und Diskontinuitäten von Nation, Einheit und Grenzen“
02.06.2021 | 19:00 | Frauen- und Familienzentrum, Wetzlarer Platz 2 , Ilmenau
Lesungen anlässlich des 100. Geburtstages von Sophie Scholl (9. Mai 1921 - 22. Februar 1943)

«Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!», hieß es auf einem Flugblatt der kleinen studentischen Widerstandsgruppe in München, zu dessen Innerem Kreis neben Alexander Schmorell und Hans Scholl dessen jüngere Schwester Sophie, Christoph Probst, Willi Graf sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber gehörten.
Selbst vor Roland Freisler sprach die 21-Jährige im Gerichtssaal unbeirrt aus, was sie dachte: «Was wir schrieben und sagten, das denken Sie alle ja auch, nur haben Sie nicht den Mut, es auszusprechen.» Postum ist die Studentin, die mit ihren Freunden furchtlos die Stimme erhob gegen das NS-Unrechtsregime und den Vernichtungskrieg, tatsächlich zu einem Gewissen der Deutschen geworden. Heute ist sie weltweit eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte.
Maren Gottschalk, Dr., studierte Geschichte und Politik in München. Sie arbeitet als Journalistin für den Westdeutschen Rundfunk und hat zahlreiche, von der Kritik sehr gelobte Biographien vor allem für ein jüngeres Publikum verfasst, u.a. zu Nelson Mandela, Andy Warhol und Astrid Lindgren. Zehn Jahre nach ihrer viel gerühmten Lebensgeschichte der Sophie Scholl beschäftigt sie sich auf der Basis bisher unveröffentlichter Quellen und Gespräche mit Zeitzeugen noch einmal mit Sophie Scholl.
Die Lesung findet nach jetzigem Stand als Präsenzveranstaltung am Mittwoch, 2. Juni 2021, 19:00 Uhr im Frauen- und Familienzentrum, Wetzlarer Platz 2 , Ilmenau statt.
Darüber hinaus wird Maren Gottschalk an zwei Geschwister-Scholl-Schulen ihr Buch „SCHLUSS. Jetzt werde ich etwas tun. Die Lebensgeschichte der SOPHIE SCHOLL“ vorstellen.
Maren Gottschalk: Wie schwer ein Menschenleben wiegt. Sophie Scholl. Eine Biografie
03.06.2021 | 19:00 | Stadt- und Kreisbibliothek , Markt 7, Saalfeld
Lesungen anlässlich des 100. Geburtstages von Sophie Scholl (9. Mai 1921 - 22. Februar 1943)

«Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!», hieß es auf einem Flugblatt der kleinen studentischen Widerstandsgruppe in München, zu dessen Innerem Kreis neben Alexander Schmorell und Hans Scholl dessen jüngere Schwester Sophie, Christoph Probst, Willi Graf sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber gehörten.
Selbst vor Roland Freisler sprach die 21-Jährige im Gerichtssaal unbeirrt aus, was sie dachte: «Was wir schrieben und sagten, das denken Sie alle ja auch, nur haben Sie nicht den Mut, es auszusprechen.» Postum ist die Studentin, die mit ihren Freunden furchtlos die Stimme erhob gegen das NS-Unrechtsregime und den Vernichtungskrieg, tatsächlich zu einem Gewissen der Deutschen geworden. Heute ist sie weltweit eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte.
Maren Gottschalk, Dr., studierte Geschichte und Politik in München. Sie arbeitet als Journalistin für den Westdeutschen Rundfunk und hat zahlreiche, von der Kritik sehr gelobte Biographien vor allem für ein jüngeres Publikum verfasst, u.a. zu Nelson Mandela, Andy Warhol und Astrid Lindgren. Zehn Jahre nach ihrer viel gerühmten Lebensgeschichte der Sophie Scholl beschäftigt sie sich auf der Basis bisher unveröffentlichter Quellen und Gespräche mit Zeitzeugen noch einmal mit Sophie Scholl.
Die Lesung findet nach jetzigem Stand als Präsenzveranstaltung am Donnerstag, 3. Juni 2021, 19:00 Uhr in der Stadt- und Kreisbibliothek , Markt 7, Saalfeld statt.
Darüber hinaus wird Maren Gottschalk an zwei Geschwister-Scholl-Schulen ihr Buch „SCHLUSS. Jetzt werde ich etwas tun. Die Lebensgeschichte der SOPHIE SCHOLL“ vorstellen.
Maren Gottschalk: Wie schwer ein Menschenleben wiegt. Sophie Scholl. Eine Biografie
07.06.2021 | 18:00 | Altenburg, VHS Altenburger Land, Hospitalplatz 6 oder als Livestream
Dass alle Menschen - wirklich alle! - gleich sein sollen, galt die längste Zeit als absurd. Die Historikerin Hedwig Richter erzählt, wie diese revolutionäre Idee aufkam, allmählich Wurzeln schlug, auch in Deutschland, und gerade hier so radikal verworfen und so selbstverständlich wieder zur Norm wurde wie nirgends sonst. Wer heute Angst vor dem Untergang der Demokratie hat, der lese dieses wunderbar leicht geschriebene, optimistische Buch, das uns zeigt, dass Demokratie auch von der Krise lebt, weil sie ein offenes und utopisches Projekt ist. Politikverdrossenheit und geringe Wahlbeteiligungen lassen die Alarmglocken schrillen: Demokratie in der Krise! Doch von Anfang an bedurfte es besonderer Anstrengungen – von Alkohol über Geld bis zum staatlichen Zwang –, um Menschen zur Wahl zu bewegen. Ein besserer Gradmesser für die Demokratisierung ist daher der Umgang mit dem menschlichen Körper: die Abschaffung von Leibeigenschaft und Prügelstrafen, der steigende Wohlstand, die Humanisierung der Arbeit, die gleiche Behandlung der Geschlechter. Hedwig Richter erzählt die Geschichte der Demokratie als eine Chronologie von Fehlern, Zufällen und Lernprozessen, in deren Zentrum der Zivilisationsbruch des Holocaust steckt. Ihr anschauliches, erfrischend thesenstarkes Buch konzentriert sich auf Deutschland, weil gerade an der deutschen Affäre mit der Demokratie deutlich wird, wie international verflochten die Wege zu Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sind.
Hedwig Richter ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Für ihre Forschung wurde sie mit dem Preis der Demokratie-Stiftung ausgezeichnet. Ihre Themen vermittelt sie einem breiten Publikum regelmäßig in großen Zeitungen und im Rundfunk.
Kooperationspartner der LZT ist bei dieser Veranstaltung die VHS Altenburger Land.
Hedwig Richter: Demokratie. Eine deutsche Affäre
21.06.2021
bis 22.06.2021 | Augustinerkloster Erfurt, Augustinerstraße 10
Im Themenjahr @Jüdisches Leben in Thüringen gibt es wenig Angebote zur frühen Geschichte jüdischen Lebens in der DDR, die im Mittelpunkt unserer Tagung steht. Themen werden sein: Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Holocaust in der DDR-Faschismustheorie , Jüdische Mitglieder in der VVN, die Rezeption der Herbert-Baum-Gruppe, der Umgang mit dem thüringischen Wiedergutmachungsgesetz von 1945 in der SBZ und DDR, der Neubeginn der jüdischen Gemeinden in Thüringen nach 1945, Jüdische Gemeinden im Kalten Krieg, Deutsch-deutsche NS-Aufarbeitung. Als Referent*innen zugesagt haben u.a.: Annette Leo, Regina Scheer, Alexander Walther, Monika Gibas, Andreas Weigelt, Eike Küstner und Susan Neiman.
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Widerspruchsvoller Neubeginn - Ostdeutsch-jüdische Geschichten nach 1945
24.06.2021 | 18:00 | Online-Veranstaltung
Online-Buchvorstellung am Donnerstag, 24. Juni 2021, 18.00 Uhr

Was bedeutet Deutsch-Sein, was Europäer-Sein in einer Zeit, da die Weltordnung immer weniger vom Westen und von einer weißen Minderheit bestimmt wird? Die Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft und die weltweiten Veränderungen haben ein gemeinsames Gesicht: Europa muss einen Statusverlust verkraften. Das Ende weißer Dominanz bedeutet: Der Westen kann anderen seine Definitionen von Fortschritt, Entwicklung oder Feminismus nicht länger aufdrängen. Dem Leben in Pluralität muss ein Denken in Pluralität folgen. Von den Ängsten, die in dieser Umbruchphase entstehen, profitieren die Rechten. Doch uns zu verändern, wird befreiend sein. Wir stehen an einer Zeitenwende. Dieses Buch ermuntert dazu, uns in der Welt neu zu verorten. Ein sehr persönliches Plädoyer gegen Angst und Abschottung der weitgereisten Journalistin.
Charlotte Wiedemann ist Journalistin und Autorin. Als Auslandsreporterin in Ländern Asiens und Afrikas, vor allem der islamischen Welt, hat sie sich seit Jahren mit der Thematik »Wir und die anderen« auseinandergesetzt. Publikationen in ›Geo‹, ›Die Zeit‹, ›NZZ‹ u.a.; Kolumnistin der ›taz‹. 2017 hat Charlotte Wiedemann den Spezial-Preis der Otto-Brenner-Stiftung für ihr Lebenswerk bekommen. Sie hat mehrere Bücher veröffentlicht.

Die Buchvorstellung findet in Kooperation mit dem Forschungskolloquium des Bereichs Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Universität Jena statt. Die Zugangsdaten für die Sitzungen des Kolloquiums und damit auch für die Online-Buchvorstellung lauten:

https://uni-jena-de.zoom.us/j/63263994385
Meeting-ID: 632 6399 4385
Kenncode: 307613
Charlotte Wiedemann: Der lange Abschied von der weißen Dominanz
24.06.2021 | 19:00 | Frauenkommunikationszentrum BINKO Hildburghausen
Lesung & Gespräch mit Monika Stenzel & Ulrike Jackwerth

Fast Vierzig Jahre nach dem bahnbrechenden Interview-Buch »Guten Morgen, du Schöne« von Maxie Wander befragten die Autorinnen Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth ostdeutsche Großmütter, Töchter und Enkelinnen, wie sie heute ihr Leben meistern, was sie glücklich macht, was Heimat für sie bedeutet. Wie haben sie die umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen nach 1989 erlebt, wie sich in der »westlichen Realität« zurechtgefunden? Und was bedeuten die gesellschaftlichen und biografischen Umbrüche für die nachfolgende Generation? In spannenden, unterhaltsamen und oftmals berührenden Porträts werden die Frauen und ihre Geschichten vorgestellt, kann man Anteil nehmen an ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Monika Stenzel, geboren in Halle (Saale). Abschluss an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. 1981 stellte sie einen Antrag auf Ausreise und verließ 1984 mit ihrer Familie die DDR. Seitdem lebt sie in Berlin und arbeitete als freie Schauspielerin an verschiedenen Theatern der Republik. 2012 begann sie zu schreiben. »He, du Glückliche!« ist ihre erste Veröffentlichung. Ulrike Jackwerth, geboren in Wiener Neustadt/Österreich. Schauspielstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst »Mozarteum« in Salzburg. Seit 1984 lebt sie in Berlin, arbeitet als Schauspielerin und Regisseurin an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum und seit 2014 auch als Dozentin und Coach für Schauspiel. 1987 begegneten sich Ulrike Jackwerth und Monika Stenzel bei einer gemeinsamen Produktion und arbeiteten seitdem mehrfach erfolgreich zusammen.

Der ursprünglich für Donnerstag, den 4. März 2021, 19.00 Uhr im Frauenkommunikationszentrum BINKO in Hildburghausen vorgesehene Termin wurde auf Donnerstag, den 24. Juni 2021 in der Hoffnung auf eine Präsenzveranstaltung am o.g. Veranstaltungsort verschoben.
He, du Glückliche!
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