Veranstaltungen

27.09.2021 | 19:00 | Online-Veranstaltung
Nachdem Katharina Nocun in einer Online-Veranstaltung der Landeszentrale im Januar ihr gemeinsam mit Pia Lamberty verfasstes Buch „Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ vorgestellt hat, ist in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Thüringen ein zweites Web-Meeting via Zoom auch zum Nachfolgeband der beiden Autorinnen geplant. In „True Facts“ gehen Katharina Nocun und Pia Lamberty darauf ein, „Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft“. Im Klappentext heißt es: „Im Alltag passiert es erstaunlich oft, dass wir mit Verschwörungserzählungen konfrontiert werden. Ob mit einem Freund in der Kneipe, der über die zu erwartende ‚Impfpflicht‘ referiert, ein Kollege, der davon überzeugt ist, dass uns die ‚Lügenpresse‘ manipuliert oder der Bruder, der die ‚Pharmalobby‘ für alle Erkrankungen verantwortlich macht. Wieso ist es so schwer, in einem solchen Moment einzugreifen? Und wie kann es uns gelingen diese Aussagen als Verschwörungserzählungen zu entlarven? Mit Tipps und Strategien unserer Expertinnen gelingt dies nun mühelos.“

Interessierte melden sich bitte bis 26.09. unter Nutzung folgender E-Mail-Adresse an: LZT_PF@tsk.thueringen.de
Katharina Nocun/Pia Lamberty: „True Facts. Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft“ - Online Buchvorstellung mit Katharina Nocun
28.09.2021 | 18:00 | Greiz Stadt- und Kreisbibliothek Kirchplatz 4
Die Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit scheint rettungslos zwischen Floskeln eingeklemmt. Weshalb finden sich die, die 1989/1990 den Umbruch mitgestaltet haben, mit ihren Jugendlektüren, intellektuellen Prägungen oder Musikvorlieben heute beinahe in einer Art bezugsloser terra incognita, während doch gleichzeitig westliche 68er-Erlebnisse längst ins kollektive Gedächtnis eingegangen sind? Dieses Buch hat nicht den Anspruch einer letztgültigen Alternativ-Geschichte der DDR, es versucht, einen neuen, unideologischen Blick zu eröffnen. Wie etwa sah im eingemauerten Land eine Literatur oder Filmkunst aus, die weder politisch-oppositionell noch staatstragend war, sondern sich ihre Freiräume gewitzt eroberte? Welche Rolle hatten Jazz und Punk? „Die Verdrängte Zeit“ ist eine provokativ gutgelaunte Erinnerung an weltgewandte Kulturleistungen, die nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht waren – und die nicht wegen, sondern trotz des Regimes entstanden sind.

Marko Martin, geboren 1970 in Burgstädt/Sachsen, erhielt aus politischen Gründen in der DDR Hochschulverbot. Im Mai 1989 reiste er in die Bundesrepublik aus und studierte an der FU Berlin Germanistik, Politikwissenschaft und Geschichte. Er arbeitet heute als freier Autor
in Berlin.

Anmeldung telefonisch (03661/703425) oder per Mail: bibliothek@greiz.de
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Marko Martin: „Die verdrängte Zeit. Vom Verschwinden und Entdecken der Kultur des Ostens“
30.09.2021 | 19:00 | Jugendhaus Hermsdorf, Naumburger Straße, Naumburger Straße 32, 07629 Hermsdorf
Die Autorin Grit Lemke, die schon mit ihrem Grimmepreis-nominierten Film Gundermann Revier einen tiefen Blick in das Leben ihrer Heimatstadt Hoyerswerda geworfen hatte, arbeitet nun die Biografie ihrer komplexen Generation auf. In einem dokumentarischen Roman verschränkt sie virtuos die Stimmen der Kinder von Hoy zu einer mitreißenden Oral History. Am 30. September um 19:00 Uhr stellt sie ihr Buch „Kinder von Hoy“ in einer gemeinsam von Landeszentrale, dem AWO Jugendhaus Hermsdorf und Buch.Herold.de organisierten Veranstaltung vor.
In den sechziger und siebziger Jahren waren sie mit ihren Eltern nach Hoyerswerda gekommen, eine DDR-Musterstadt: aus dem Heideboden gestampft, aus Bauelementen zusammenmontiert. Morgens rollen die Eltern in Schichtbussen davon, die Kinder wachsen in einem großen Kollektiv auf. Die Erzählerin wird Teil der Kultur- und Kunstszene um Gerhard Gundermann, den Springsteen des Ostens. Eine Art proletarische Bohemè entwickelt sich: nachts im Kellerclub, morgens im Schichtbus. Doch der Wiedervereinigung folgen Massenentlassungen, und ein latent vorhandener Rassismus gegen in der Stadt lebende Vertragsarbeiter sowie eine schnell erstarkende Rechte führen zu Ausschreitungen. Die Kulturszene bleibt tatenlos, doch auch für sie wird danach nichts mehr sein, wie es war…
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Grit Lemke: „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“
30.09.2021 | 19:30 | Theater im Schlossgarten Arnstadt
Der 22-jährige Zak (Zack Gottsagen) will raus! Raus aus dem Altenheim. Dort wurde er hineingesteckt. Weil er das Down-Syndrom hat. Ihm ist langweilig. Er versucht abzuhauen. Aber seine Betreuerin Eleanor (Dakota Johnson) weiß seine Fluchtpläne immer wieder zu durchkreuzen. Zak hat einen großen Traum: Er will Profi-Wrestler werden. Und in einer Nacht gelingt ihm mit Hilfe eines Freundes der Ausbruch. Er startet in ein großes Abenteuer. Dabei trifft Zak auf Tyler (Shia LaBoeuf). Der ist auf der Flucht vor Männern, mit denen er Ärger hat. Er kann eigentlich keinen Begleiter gebrauchen. Doch schon bald werden aus den beiden sehr unterschiedlichen Männern echte Freunde. Sie machen ihre Reise gemeinsam auf einem selbstgebauten Floß. Plötzlich bekommen sie Gesellschaft von Eleanor, die Zak gefolgt ist und ihn unbedingt ins Heim zurückbringen will. Und auch die verärgerten Männer sind Zak und Tyler dicht auf den Fersen…
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit von Landeszentrale, Arbeit und Leben Thüringen, dem Landratsamt Ilmkreis und der Aktion Mensch statt. Sie ist zugleich Teil des 2020/2021 unter dem Titel „Eines mehr als die anderen“ für Menschen mit und ohne Down-Syndrom laufenden Kultur- und Bildungsprojekts von Arbeit und Leben Thüringen. Die Projektbezeichnung bezieht sich darauf, dass die meisten Menschen mit Down-Syndrom in jeder Zelle ihres Körpers ein Chromosom mehr als Menschen ohne das Down-Syndrom haben. Menschen mit Down-Syndrom "leiden" nicht unter dem Down-Syndrom, die meisten von ihnen finden ihr Leben gut. Im Mittelpunkt des Projektes steht ein Bühnen-Ereignis: TOUCHDOWN 21 mini, das an verschiedenen Orten in Thüringen gezeigt wird. Außerdem finden Workshops, Stadtspaziergänge und Filmveranstaltungen wie diese statt...
Als Gesprächspartnerinnen mit und ohne Down-Syndrom stehen zur Veranstaltung am 30. September in Arnstadt Natascha Seibt und Thea Jacob zur Verfügung.
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Film & Gespräch: The Peanut Butter Falcon
06.10.2021 | 19:00 | Grenzlandmuseum Eichsfeld – Mahnmal am Grenzlandweg Duderstädter Straße 7-9, 37339 Teistungen
Dr. Kathrin Klausmeier hat die vielbeachtete Studie „So eine richtige Diktatur war das nicht…`. Vorstellungen Jugendlicher von der DDR. Geschichtspolitische Erwartungen und empirische Befunde“ vorgelegt. Sie wird im Rahmen der Veranstaltung zentrale Erkenntnisse daraus vorstellen. Anschließend soll mit zwei Pädagoginnen – aus Niedersachsen und Thüringen – das Thema weiter vertieft und erörtert werden.
Regelmäßig vorgetragene geschichtspolitische Erwartungen sollen dabei reflektiert und mit empirischen Befunden konfrontiert werden. Es soll über Maßstäbe, Erwartungen und Gelingensbedingungen im Hinblick auf die DDR-Geschichte und SED-Diktatur gesprochen werden.
Link zum vollständigen Programm und Anmeldemodalitäten:
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„So eine richtige Diktatur war das nicht…“ – Fachgespräch und Podiumsdiskussion zur Vermittlung der DDR-Geschichte im Unterricht
07.10.2021 | 15:00 | Online-Veranstaltung
Wohl kaum etwas hat den Alltag und das Gesellschaftsleben in Deutschland in diesem und dem vergangenen Jahr so sehr beeinflusst, beschäftigt und beschränkt wie die Corona-Pandemie. Gerade auch junge Menschen haben starke Einschränkungen im sozialen Leben und ihren Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe erlebt. Wichtige Räume des Begegnens, Aufwachsens, Mitgestaltens und Lernens entfielen, in Schule, Nachbarschaft, Jugendhaus, Jugendverband und Sportverein. Studien, Gespräche und Erfahrungen zeigen, dass sich Jugendliche von der Politik in Pandemiezeiten vielfach nicht gehört fühlen und ihre Interessen und Bedarfe kaum berücksichtigt sehen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, die aktuelle Situation kritisch zu beurteilen, aber auch zukünftige Möglichkeiten, sich ergebende Chancen und neue Herausforderungen zu prüfen. Es gilt, Jugendbeteiligung (neu) zu gestalten.
Wie steht es in diesem Zusammenhang um die Situation in Thüringen? Wie geht es weiter „nach Corona“, welche Rahmenbedingungen brauchen Jugendpolitik und -beteiligung jetzt? Ist nach der Pandemie vor der Pandemie? Wie können neue, krisensichere Strukturen und Sicherheiten für die Jugendarbeit und die kommunale Jugendbeteiligung geschaffen werden? Welche Erkenntnisse aus der Pandemie gibt es in Bezug auf Handlungssicherheiten? Wie sollten Fördermittel, notwendige finanzielle und personelle Ressourcen für die Beteiligung junger Menschen und für Jugend(verbands)arbeit aufgestellt werden? Wie kann innovative digitale Arbeit mit Jugendlichen gelingen und welche positiven Erfahrungen können aus der Krise weitergetragen werden?
Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesjugendring Thüringen und dem Bund der evangelischen Jugend in Mitteldeutschland laden wir Akteurinnen und Akteure aus der Jugend-, Jugendbildungs-, Jugendverbands- und sozialen Arbeit zum Online-Austausch über Jugendpolitik und Jugendbeteiligung mit anschließender Diskussion ein.
Referent: Prof. Dr. Ulrich Lakemann (Projekt „Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in Thüringer Kommunen – Ein Praxisprojekt zur Landesstrategie“, früher EAH Jena)

Anmeldung & Information:
Die Veranstaltung findet online über Zoom statt. Es wird um Anmeldung bis zum 06. Oktober 2021 über das Anmeldeformular auf der Webseite der EAT gebeten. Teilnehmende erhalten rechtzeitig vor der Veranstaltung die Zugangsdaten zum Zoom-Videokonferenzraum. Die Teilnahme ist kostenfrei.
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Alles auf Start, Chancen nutzen! Die Corona-Krise als Sprungbrett für Jugendpolitik und Jugendbeteiligung in Thüringen
08.10.2021 | 08:30 | Stadtteilzentrum LISA, Werner-Seelenbinder-Straße 28A, Jena
Gespräche und Workshops zur Arbeit mit rechtsextrem einstiegsgefährdeten und orientierten Jugendlichen.

Vortrag Dr. Stefan Tepper vom Landesdemokratiezentrum Niedersachsen

„Soziale Arbeit und Jugendhilfe können mehr bewirken als Sie denken“, sagt Dr. Stefan Trepper, Autor des Buchs „Nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Darin untersucht er auch die Wirkkraft sog. außerszenischer Akteure, wie Mitarbeiter*innen der Jugendhilfe, Jugend(sozial)arbeit sowie der formalen Bildung. Sie sollten die eigenen Stärken in der Auseinandersetzung mit rechtsextrem einstiegsgefährdeten und orientierten Jugendlichen genauso erkennen und nutzen, wie ihre Grenzen. Ein kraftvoller Appell an unsere professionelle Verantwortung.
In der gemeinsamen Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, dem Fachdienst Jugend und Bildung Jena sowie Distanz e.V. aus Weimar erörtert Dr. Tepper die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit in der Präventions- und Distanzierungsarbeit.

Fachdiskussion
Unter Beteiligung der Teilnehmer*innen, Judith Meixner von Distanz e. V. und Dr. Stefan Tepper zum Thema Hinwendungs- und Distanzierungsmotive zum Rechtsextremismus.

Workshops
von Distanz e.V. zu Möglichkeiten und Grenzen der Distanzierungsarbeit für die eigene Arbeit.
Themenschwerpunkte:
• Welche Motive führen junge Menschen in die rechtsextremen Szenen?
• Wie kann frühzeitig erkannt und gegengesteuert werden, wenn Jugendliche verstärkt der rechtsextremen Szene hinwenden?
• Wie können Jugendliche bei der Abwendung aus rechtsextremen Kreisen unterstützt werden – der BRAKE-Ansatz?

Abschlussdiskussion
„… das war nicht zu akzeptieren – ein kritischer Blick auf die pädagogische Arbeit im Umgang mit Rechtsextremismus“.
Ein Gespräch mit Dr. Stefan Tepper, Judith Meixner und Alexander Krampe
(Partnerschaft für Demokratie Jena) moderiert von Peter Reif-Spirek, LZT Thüringen

Anmeldung bei Thomas Schnabelrauch, Fachdienst Jugend und Bildung / Jugendamt Jena unter: thomas.schnabelrauch@jena.de
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Halbstarke Vorurteile und knallharte Fronten… ist da noch was zu machen?
11.10.2021 | 19:00 | Augustinerkloster Erfurt, Augustinerstraße 10 und Online
Impfungen und Sonnenschein haben gewirkt: In diesem Sommer wurde manches besser. Doch losgeworden sind wir Covid-19 nicht. Ungeimpfte und Kinder sind weiter gefährdet, geimpfte Risikogruppen ebenfalls. Und wenn das Virus stark mutiert, was dann?
Worauf müssen wir uns künftig gesundheitlich einstellen? Welche bleibenden sozialen und emotionalen Auswirkungen hat die Pandemie auf uns? Wie sind Pandemien wirtschaftlich gut zu managen?
Diese Fragen sind Gegenstand einer Podiumsdiskussion mit dem Mediziner Dr. Stefan Moritz (Leiter Klinische Infektiologie Universitätsklinikum Halle/Saale), der Sozialpsychologin Prof. Dr. Nicole Harth (Ernst-Abbe-Hochschule Jena) und der Ökonomin und Finanzwissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Übelmesser (Friedrich-Schiller-Universität Jena).
Die Letztgenannten gehören dem Wissenschaftlichen Beirat der Thüringer Landesregierung zum Umgang mit der Corona-Pandemie an.
Das Podium findet statt am 11. Oktober 2021 um 19:00 Uhr im Augustinerkloster Erfurt.
Zu dieser Kooperationsveranstaltung laden Sie herzlich ein Dr. Sebastian Kranich (Direktor der Ev. Akademie Thüringen) und Franz-Josef Schlichting (Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen).
Eine Kooperationsveranstaltung der LZT und der Evangelischen Akademie Thüringen.
Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Anbei der Link zum Anmeldeformular.
Alternativ können Sie die Diskussion auch per Live-Stream verfolgen:
https://www.youtube.com/watch?v=G2qKVNVdEl4
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Was bleibt? Die Corona-Krise in Thüringen
12.10.2021 | 11:00 | Online-Veranstaltung
Die nächste Veranstaltung der Reihe "Smart City – Wie wollen wir leben? Was ändert sich in einer digitalen Welt?" findet in gemeinsamer Verantwortung der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und der LZT statt.
Auch die Gesundheit und das Gesundheitswesen sind relevante Themen bzw. Bereiche im Rahmen von Smart City. Vieles ist (technisch) denkbar und könnte zu großen Erleichterungen, beschleunigten Verfahren, kooperativem Zusammenwirken u.a.m. führen. Verbessert es auch die Gesundheit, können gar mehr Leben gerettet werden? Was wäre der Preis und was die Risiken? Kann man sich den Arzt ersparen? Welche Anforderungen ergeben sich für den Datenschutz, der vor allem ein Patientenschutz ist? Nicht zuletzt darüber wird zu reden und zu diskutieren sein.
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Smart City und Gesundheit - Diagnose ohne Arzt?
12.10.2021 | 18:00 | Saalfeld, Villa Bergfried, Bergfried 1
Süßes ging immer! Doch was machte den besonderen Erfolg der Schokoladenfabrik aus, die seit 1901 bis heute in Saalfeld produziert? Das Buch erzählt die bewegte Geschichte des Familienunternehmens Mauxion, das im Kaiserreich und in der Weimarer Republik mit Mut, Risikokapital und aufsehenerregenden Werbekampagnen ins Premiumsegment der Schokolade aufstieg, am kleinen Konsumwunder des Dritten Reiches teilhatte, in der Kriegswirtschaft ansehnliche Gewinne erwirtschaftete und nach 1945 in der SBZ enteignet wurde. Es folgte eine doppelte Gründung unter gänzlich verschiedenen Vorzeichen: der bescheidene Neustart des alten Unternehmens im Westen und der Abstieg ins Mittelfeld der Schokolade unter marktwirtschaftlichen Bedingungen sowie der Neubeginn als Volkseigener Betrieb, VEB Rotstern, in Saalfeld und der Aufstieg zum Monopolisten in der Planwirtschaft. Die Transformation 2.0 folgte nach 1989: Der Betriebsstandort Saalfeld wurde zur modernen Stollwerck-Produktionsstätte im vereinten Deutschland. Aber auch Rotstern, die alte Marke aus DDR-Zeiten, kehrte wieder.
Karin Hartewig (Jg. 1959), Dr. phil., hat Neuere und Mittelalterliche Geschichte sowie Neuere Deutsche Literatur und Deutsch als Fremdsprache in München studiert. Sie war am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und an den Universitäten in Jena und Erfurt tätig und Gastprofessorin für Kulturwissenschaften an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Historikerin und Autorin. Ihre Themen sind breit gefächert. Sie berühren sozialgeschichtliche Fragen, die Geschichte der DDR, Biografien, Fotogeschichte, die materielle Kultur der Dinge, Auftragskunst im Dritten Reich sowie Produktwerbung und Corporate Design als angewandte Kunst und Unternehmensgeschichte in West und Ost. Sie lebt in der Nähe von Göttingen.

Eintritt frei! Die zum Termin am Veranstaltungsort gültigen Vorschriften zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie sind zu beachten! Anmeldung bitte unter 03671/33190.
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Karin Hartewig: Süßes aus dem Osten! Schokolade aus Saalfeld
12.10.2021 | 19:00 | Walldorf, Gemeindezentrum Kressehof, Kressehof 1
Herzliche Einladung zu einer weiteren Lesung und Präsentation „Jenseits der Perlenkette. Eine Reise in die kleinsten Dörfer Thüringens“ am Dienstag, 12. Oktober 2021, 19.00 Uhr. Die Filmemacherin Yvonne Andrä und der Autor Stefan Petermann besuchen dieses Mal das Gemeindezentrum Kressehof in Walldorf, um ihre Portraits der letzten noch selbstverwalteten Kleinstgemeinden Thüringens vorzustellen. Im Mittelpunkt stehen die Leben der Menschen und Themen wie Tradition, Landflucht, Natur, DDR-Geschichte, aber auch die Frage: Was heißt es, heute auf dem Land zu wohnen? Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Evangelischen Akademie, der Stadt- und Kreisbibliothek Meiningen und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.
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„Jenseits der Perlenkette. Eine Reise in die kleinsten Dörfer Thüringens“
13.10.2021 | 18:00 | Neudietendorf, Bund der Evangelischen Jugend in Mitteldeutschland, Drei-Gleichen-Straße 35a
Nachdem die beiden Filmemacherinnen und Autorinnen Sabine Michel und Dörte Grimm ihr Interviewband „Die anderen Leben. Generationengespräche Ost“ im März 2021 in einer Online-Lesung vorgestellt haben, wird es am Mittwoch, 13. Oktober 2021, 18.00 Uhr in Neudietendorf, Bund der Evangelischen Jugend in Mitteldeutschland, Drei-Gleichen-Straße 35a eine Präsenzveranstaltung zu diesem Interviewband geben. Sabine Michel und Dörte Grimm stellen die Dialoggespräche vor, die sie zwischen ehemaligen „Wendekindern“ und ihren Eltern geführt haben. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung und des Vereins Prof. Herman Anders Krüger e.V..
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„Die anderen Leben. Generationengespräche Ost“
14.10.2021 | 19:00 | Teistungen, Grenzlandmuseum Eichsfeld, Duderstädter Straße 7
Im Jahr 1964 finden in Tokio die ersten Olympischen Sommerspiele in Asien statt. In einer Hochphase des Kalten Krieges und 19 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki sollen die Spiele der XVIII. Olympiade zu einem Symbol für eine friedliche Welt werden. Insbesondere das geteilte Deutschland soll das unter Beweis stellen: Auf Anordnung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) müssen Bundesrepublik und DDR trotz gegensätzlicher Gesellschaftssysteme mit einer gemeinsamen Mannschaft in Tokio antreten. Danach geht der olympische Sport in beiden deutschen Staaten 28 Jahre lang getrennte Wege. Dieses Buch und der dazugehörige Dokumentarfilm erzählen erstmals die Geschichte des gesamtdeutschen Olympiateams von 1964. Basierend auf Erinnerungen von Olympiateilnehmern, Archivmaterial von den Wettkämpfen in Tokio und vieler anderer Quellen lassen „Die kalten Ringe“ diese spannende Episode der deutsch-deutschen Sportbeziehungen noch einmal aufleben. Gleichzeitig beleuchten Buch und dazugehöriger Film das Verhältnis von Sport und Politik in den internationalen Beziehungen.

Rene Wiese promovierte 2012 zur Geschichte der Kinder- und Jugendsportschulen der DDR. Er ist Vorsitzender und Vorstand des Zentrums deutsche Sportgeschichte e. V. in Berlin und hat seit 2004 als Kurator und Autor an einer Vielzahl von Ausstellungsvorhaben und Bildungsveranstaltungen zur Geschichte des Sports mitgewirkt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der DDR-Fußball, die deutsch-deutsche Beziehungsgeschichte im Sport und das Themenfeld Fans und Fußball.
Rene Wiese/Thomas Grimm:
14.10.2021 | 19:00 | Kleine Synagoge Erfurt, An der Stadtmünze 4
Vermummte Gestalten, Nebeltöpfe, Pyrotechnik. Die Vorstellung vom deutschen Linksextremismus ist seit Jahrzehnten von diesen und ähnlichen Bildern geprägt. Sie bilden immer wieder den Aufhänger für die Diskussion um linken Extremismus. Zudem stellen sie einen ästhetisierenden Blickfang für das Thema dar, das jedoch vielfältiger, komplexer und komplizierter ist, als die Momentaufnahmen von den Straßen weniger Großstädte suggerieren. Ausgehend von der Frage, was eigentlich „Extremismus“ und „links“ bedeuten, skizzieren Tom Mannewitz, Juniorprofessor an der Technischen Universität Chemnitz, und Tom Thieme, Professor an der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg, wie es um den gegenwärtigen Linksextremismus in Deutschland bestellt ist. Sie beschreiben, wann aus einer linken demokratischen Position eine extremistische wird, und diskutieren das an Beispielen. Sie zeigen auf, welche maßgeblichen Parteien derzeit zu Wahlen antreten und welche Akteure „auf der Straße“ aktiv sind. Schließlich erörtern die beiden Politikwissenschaftler, welche Gefahr derzeit vom Linksextremismus für das demokratische System, aber auch für die innere Sicherheit ausgeht und wie mit der Herausforderung umgegangen werden kann.
Tom Thieme, Dr. phil., ist Professor für gesellschaftspolitische Bildung an der Hochschule der sächsischen Polizei (FH).

Anmeldung per Mail erforderlich an: LZT_PF@tsk.thueringen.de
Es gelten die aktuellen Corona-Regelungen.
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Gegen das System. Linker Extremismus in Deutschland Tom Thieme: Vortrag und Gespräch
16.10.2021 | 15:00 | Lichthaus Weimar
Eine Veranstaltung zu den „Euthansie“-Morden im Nationalsozialismus

Die Kölner Journalistin Daniela Martin berichtet in der gründlich recherchierten Biografie ihrer Großmutter Anna L. (1893-1940) über deren Krankenschicksal in über 20 Jahren Psychiatrieaufenthalt. Der Lebensweg wird vor allem anhand einer großen Zahl von persönlichen Briefen und Korrespondenzen nachgezeichnet. Das Leben der Anna L. fand schließlich ein gewaltsames Ende im Rahmen der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.

Der Lebensbericht wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf die Situation von psychisch Kranken in den Jahren des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik sowie während der NS-Zeit. Er macht auch die zunehmende Vernachlässigung und Unterversorgung der Kranken während des Nationalsozialismus deutlich. Damit beleuchtet er ein bisher kaum biografisch aufgearbeitetes Kapitel der Psychiatriegeschichte in Deutschland.
Der Autorin gelingt der Spagat zwischen ihrer Rolle als Hinterbliebene, die eine außergewöhnliche Empathie zum Schicksal ihrer Urgroßmutter erkennen lässt, und als Journalistin, die die objektiven Tatsachen auf der Grundlage von gesicherten Erkenntnissen darstellt.
Die Veranstaltung findet als gemeinsame Veranstaltung der LZT mit der Lebenshilfe Weimar statt.
Daniela Martin: „… Die Blumen haben fein geschmeckt“.  Das Leben meiner Urgroßmutter Anna L (1893 – 1940)
19.10.2021 | 19:00 | Gotha, Tivoli, Am Tivoli 3
In der zweiten Hälfte der 70er Jahre erlebten beide deutsche Staaten einen ebenso rasanten wie kurzlebigen Kulturknall: Junge Leute begeisterten sich für deutsche Volksmusik! In beiden Staaten war es eine Nischenmusik, handelte es sich um einen Gegenentwurf – zum kommerziellen respektive ideologisch verordneten Kulturbetrieb, zu gängigen Lebensmustern, zur politischen und gesellschaftlichen Macht. Die Grundüberzeugungen waren gleich: anti-bürgerlich, oppositionell, friedensbewegt, sozial, für die Emanzipation, gegen Atomkraft, alter-nativ. Als „Deutschfolk“ ging dieses Phänomen in die Kulturgeschichte ein.
Dieses Buch stellt erstmals umfassend die Geschichte des Volkslied-Revivals in beiden deutschen Staaten dar. Der Autor untersucht die soziokulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen, beschreibt den Hintergrund von Musikern und Publikum, und analysiert die Abhängigkeiten vom politischen Umfeld. Nach einem Niedergang ab den 80er Jahren gab es im neuen Jahrtausend einen neuen Aufschwung. Heute zeigt sich die Folkszene nicht mehr so politisiert wie in den 70er Jahren, dafür mit einem Hang zur Melancholie sowie auf höherem musikalischem Niveau.

Bernhard Hanneken ist seit 1991 Programmdirektor des Festivals in Rudolstadt. Zuvor war er Chefredakteur des westdeutschen FolkMICHEL, eines der beiden Vorgänger des Musikmagazins Folker. Hannekens umfangreiches Werk sollte 2020 beim Rudolstadt-Festival im Rahmen des Länderschwerpunkts Deutschland präsentiert werden. Wegen der Corona-Krise musste das Festival dann aber abgesagt werden.
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Bernhard Hanneken Deutschfolk – das Volksliedrevival in der BRDDR
21.10.2021 | 10:00 | Zinzendorfhaus, Neudietendorf
Die Evangelische Akademie Thüringen und die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen laden am Donnerstag, 21. Oktober 2021, 10.00 Uhr – 16.00 Uhr zu einem Fachtag Ländlicher Raum in das Zinzendorfhaus, Neudietendorf ein. Unter dem Thema „Handlungsraum zwischen Tradition, Resignation und Gestaltungswillen“ sollen die Akteure des ländlichen Raums miteinander über die verschiedenen Handlungsoptionen und Gestaltungsmöglichkeiten, über Bewährtes, Überholtes und Zukünftiges diskutieren.
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Fachtag Ländlicher Raum Handlungsraum zwischen Tradition, Resignation und Gestaltungswillen
21.10.2021 | 19:00 | Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7
Neben Denkmälern und Straßennamen zeugen zauberhafte Museumsobjekte von den einstigen Kolonien – doch wie sind sie zu uns gekommen und woher stammen sie? Götz Aly deckt auf, dass es sich in den allermeisten Fällen um koloniale Raubkunst handelt und erzählt, wie brutal deutsche Händler, Abenteurer und Ethnologen in der Südsee auf Raubzug gingen. So auch auf der Insel Luf: Dort zerstörten sie Hütten und Boote und rotteten die Bewohner fast vollständig aus. 1902 rissen Hamburger Kaufleute das letzte, von den Überlebenden kunstvoll geschaffene, hochseetüchtige Auslegerboot an sich. Heute beeindruckt das weltweit einmalige Prachtstück im Berliner Humboldt Forum.
Götz Aly dokumentiert die Gewalt, Zerstörungswut und Gier mit der Geschäftemacherei, Ethnologen und Marinesoldaten über die Kulturschätze herfielen. Das Publikum soll sie bestaunen – erfährt aber wenig vom Leid der ausgeraubten Völker.

Götz Aly ist Historiker und wurde für seine Bücher über den Antisemitismus und die national-sozialistischen Verbrechen vielfach ausgezeichnet, so mit dem Heinrich-Mann- und dem Ludwig-Börne-Preis. 2018 erhielt er für das Buch »Europa gegen die Juden 1880–1945« den Geschwister-Scholl-Preis. Sein neues Buch handelt von deutschen Kolonialverbrechen.
Götz Aly: Das Prachtboot. Wie Deutsche die Kunstschätze der Südsee raubten.
21.10.2021 | 19:00 | Foyer der Kreisvolkshochschule „Joseph Meyer“ Hildburghausen, Obere Marktstraße 44, Hildburghausen
Lesung und Diskussion

Heimat hat Konjunktur: Als politisches Thema, literarisches Sujet, wissenschaftlich diskutiertes Konzept sowie
als Marke ist sie allgegenwärtig. Heimat ist vielfältige Projektionsfläche und individueller Sehnsuchtsort. Und
Heimat ist ein umstrittenes Konzept, nicht zuletzt, da politische Gruppierungen versuchen, den Begriff für ihre
Zwecke zu vereinnahmen.

Die Kulturwissenschaftlerin Uta Bretschneider beleuchtet das Thema „Heimat“ in seiner Vielfalt und Vieldeutigkeit.
Ihre Buchlesung versteht sich als Einladung, dem Thema Heimat bewusst nachzugehen und eine ganz persönliche
Definition dessen, was Heimat ist, sein soll und kann, zu finden, zu erweitern oder zu hinterfragen.

Uta Bretschneider hat Volkskunde und Soziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena studiert. Sie ist Direktorin
des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig und war zuvor Direktorin des Hennebergischen Museums Kloster Veßra.
Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören DDR-Alltagskultur, Geschichte des ländlichen Raumes, Biografieforschung
und Industriekultur.

Eine Veranstaltung im Rahmen des vhs Jahresprogramms #Heimatgestalten.
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Uta Bretschneider: Heimat. Räume, Gefühle, Konjunkturen
22.10.2021
bis 23.10.2021 | 13:00 | Reithaus im Park an der Ilm, Platz der Demokratie 5, 99423 Weimar
19. Internationales Symposium der Stiftung Ettersberg gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und dem BMBF-Verbund »Diktaturerfahrung und Transformation«

Gut drei Jahrzehnte nach der deutschen Einheit möchte die Stiftung Ettersberg mit ihren Kooperationspartnern die lebensweltlichen Auswirkungen der Umgestaltung von Gesellschaft und Kultur in
Ostdeutschland nach 1990 beleuchten. Ziel ist es, die politikgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen zur Transformation um einen erfahrungsgeschichtlichen Zugang zu erweitern: Wie haben die Menschen die gesellschaftlichen Umbrüche wahrgenommen? In welcher Weise haben die vielfältigen Strukturbrüche die Lebenswelten der Menschen verändert? In wieweit
und auf welche Weise versuchten sie, die Umbrüche mitzugestalten? Wie haben sie ihre jeweiligen Transformationserfahrungen biographisch verarbeitet?

Um ein möglichst vielfältiges und differenziertes Bild zu bekommen, haben wir die Schwerpunkte sowohl auf die Arbeitswelt wie auf das Privatleben gelegt und wollen die Transformationserfahrungen
sowohl in der Stadt als auch auf dem Land beleuchten. Ausgehend von der gesellschaftlichen Bedeutung, welche die Transformationserfahrungen bis heute haben, gehen wir der Frage nach, auf
welche Weise diese biographischen Erfahrungen intergenerationell weitergegeben werden.
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TRANSFORMATIONSERFAHRUNGEN. Lebensweltliche Umbrüche in Ostdeutschland nach 1990
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