Veranstaltungen

15.11.2021
bis 17.12.2021 | Universitätsbibliothek Ilmenau
In unserer Reihe „Das politische Buch im Gespräch“ haben wir den beeindruckenden Band „Sinti in der DDR“ von Simone Trieder und Markus Hawlik-Abramowitz bereits vorgestellt. Er ist die erste Monografie zu diesem Thema. Grundlage sind Recherchen von Simone Trieder in vielen Archiven und Gespräche mit Zeitzeugen. Die Fotografien stammen von Markus Hawlik-Abramowitz. In Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Ilmenau zeigen wir erstmals in Thüringen auch eine Auswahl der Fotografien und stellen zugleich das Buch vor.
Die Eröffnung der Ausstellung mit Simone Trieder (Text) und Markus Hawlik-Abramowitz findet am Montag, den 15. November 2021 um 20:00 statt. Im Anschluss spielt das Trio "The Franz Ensemble" der Brüder Nando Franz (Akkordeon), Chekel Franz (Gitarre) und Nino Franz (Gitarre)

Es war die unmittelbare Folge der Vernichtungspolitik der Nazis, dass es in der DDR nur wenige Sinti gab. Die zurückkamen, kämpften um die Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus. Sinti waren zwar »normale« DDR-Staatsbürger, aber es gab für sie keine Anerkennung als ethnische Minderheit. An den Schnittstellen wie in Schulen und Ämtern waren nicht wenige Sinti gesellschaftlichem Rassismus ausgesetzt, denn in der DDR – wie in der Bundesrepublik – lebten die alten Vorurteile gegenüber der gesellschaftlichen Minderheit fort.
Fasziniert von den Roma-Bildern des Tschechen Josef Koudelka, machte Markus Hawlik-Abramowitz 1983 in Leipzig sein Fotografie-Diplom mit einer Fotoserie »Roma und Sinti in der DDR«.
In der DDR wurden die Fotos jedoch nicht gezeigt; erst nach Hawliks Ausreise kam es im »Stern« zur teilweisen Veröffentlichung.
Markus Hawlik-Abramowitz, geb. 1951. Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Fachbereich Fotografie. Seit 1984 freiberuflicher Fotograf in (West-)Berlin. Fotografische Arbeiten in verschiedenen Museumssammlungen, u. a. MoMA, New York.
Simone Trieder, geb. 1959. Seit 1992 freiberufliche Autorin, Theaterstücke, Erzählungen, Sachbücher, Radiofeatures. Mitglied im PEN, seit 2019 im Präsidium des PEN
Ausstellung „Sinti in der DDR“ mit  Fotografien von  Markus Hawlik-Abramowitz
12.01.2022 | 18:00 | Bildungshaus St. Martin, Farbengasse 2, 99084 Erfurt
Der deutsche Sozialstaat ist gut ausgebaut, aber er leistet nicht genug gegen gesellschaftliche Spaltung. So wichtig Umverteilung ist, Geld allein kann Gerechtigkeit nicht erzwingen. Um teilhaben zu können, müssen alle Bürgerinnen und Bürger ihre Potentiale entfalten können. Eine Politik der Befähigung, wie sie Georg Cremer in diesem Buch vorstellt, fördert Selbstsorge und Autonomie, ohne die Fürsorge zu vernachlässigen. Sie stärkt zugleich die Leistungsfähigkeit des Sozialstaats. Und sie ermöglicht einen Mittelweg zwischen dem illusionären Wunsch nach völlig anderen Verhältnissen und der resignativen Kapitulation vor verfestigter sozialer Ungleichheit. Sozial ist, was Menschen schützt und sie zugleich stärkt.
Georg Cremer: Sozial ist, was stark macht: Warum Deutschland eine Politik der Befähigung braucht und was sie leistet
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