Veranstaltungen

15.07.2021 | 18:00 | Erinnerungsort Topf und Söhne, Sorbenweg 7, Erfurt
Vortrag von Sascha Münzel mit anschließender Diskussion

Waldemar (eigentlich Chaim Wulf) Schapiro wuchs in einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Russland auf. Nach einem Studienaufenthalt in Heidelberg kam er nach dem Ersten Weltkrieg nach Erfurt, heiratete und eröffnete einen Papier- und Bürowarenhandel. 1928 befand sich die Wohnung der Familie in der Thomasstraße 57. Bei seinen Kunden galt er als sehr beliebt. Nach der Machtübernahme der Nazis unterstützte er die KPD in Erfurt bei der illegalen Herausgabe des verbotenen »Thüringer Volksblattes«, ohne selbst Mitglied gewesen zu sein. Bereits im April 1933 wurde er verhaftet, zuerst im Schutzhaftlager Feldstraße interniert und am 15. Juli 1933 nach grausamen Folterungen durch die SA in einem Gartengrundstück im Erfurter Steiger erschlagen. Schapiro war das erste jüdische Opfer des Nationalsozialismus in Erfurt. 88 Jahre nach seiner Ermordung erinnern wir an den Erfurter Widerstandskämpfer.

Referent: Sascha Münzel · Historiker, Mitautor der LZT-Publikation »Erfurt Feldstraße. Ein frühes Lager im Nationalsozialismus«

Bitte beachten: Aufgrund der Pandemiebedingungen ist eine Voranmeldung zu dieser Veranstaltung erforderlich. Sie erhalten dann eine Bestätigung mit Informationen zu den dann gültigen Bedingungen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. Bitte melden Sie sich per E-Mail bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen an: lzt_pf@tsk.thueringen.de
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AUF DEN SPUREN VON Waldemar Schapiro
20.07.2021 | 18:00 | Erinnerungsort Topf und Söhne, Sorbenweg 7, Erfurt
Buchvorstellung mit der Autorin Simone Trieder
In Zusammenarbeit mit dem Erinnerungsort Topf & Söhne.

Es war die unmittelbare Folge der Vernichtungspolitik der Nazis, dass es in der DDR nur wenige Sinti gab. Jene, die zurückkamen, kämpften um die Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus. Das Buch stellt erstmals den Alltag der Sinti in der DDR einer breiten Öffentlichkeit vor.
Die Sinti waren zwar normale DDR-Staatsbürger, aber es gab für sie keine Anerkennung als ethische Minderheit. In staatlichen Einrichtungen wie Schulen und Ämtern waren nicht wenige Sinti gesellschaftlichem Rassismus ausgesetzt, denn in der DDR - wie in der Bundesrepublik - lebten die alten Ressentiments gegenüber dieser Minderheit fort.
Simone Trieder beschreibt einfühlsam, faktenreich und anekdotisch die Erlebniswelt von Sinti im ostdeutschen Sozialismus. Grundlage sind ihre Recherchen in vielen Archiven und Gespräche mit Zeitzeugen. Die Aufnahmen von Markus Hawlik-Abramowitz beeindrucken durch die Nähe des Fotografen zu seinen Protagonisten. Sie entstanden im Rahmen seines Fotografie-Diploms 1983 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wurden in der DDR jedoch nie gezeigt. Erst nach Hawliks Ausreise kam es im "Stern" zur teilweisen Publikation; ein Großteil der Fotoserie wird in diesem Buch erstmals veröffentlicht.
Simone Trieder ist seit 1992 freiberufliche Autorin von Theaterstücken, Erzählungen, Sachbüchern und Radiofeatures. 2018 veröffentlichte sie "Unsere russischen Jahre" und 2019 "Nik und Tina". 2019 wurde sie ins Präsidium des Autorenverbands PEN gewählt.
Aufgrund der Pandemiebedingungen ist eine Voranmeldung zu dieser Veranstaltung erforderlich. Sie erhalten dann eine Bestätigung mit Informationen zu den dann gültigen Bedingungen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. Bitte melden Sie sich per Mail bei der LZT an: LZT_PF@tsk.thueringen.de
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Sinti in der DDR. Alltag einer Minderheit
22.07.2021 | 09:30 | Augustinerkloster Erfurt, Augustinerstraße 10
Im Themenjahr @Jüdisches Leben in Thüringen gibt es wenig Angebote zur frühen Geschichte jüdischen Lebens in der DDR, die im Mittelpunkt unserer Tagung steht. Themen werden sein: Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Holocaust in der DDR-Faschismustheorie , Jüdische Mitglieder in der VVN, die Rezeption der Herbert-Baum-Gruppe, der Umgang mit dem thüringischen Wiedergutmachungsgesetz von 1945 in der SBZ und DDR, der Neubeginn der jüdischen Gemeinden in Thüringen nach 1945, Jüdische Gemeinden im Kalten Krieg, Deutsch-deutsche NS-Aufarbeitung. Als Referent*innen zugesagt haben u.a.: Annette Leo, Regina Scheer, Alexander Walther, Monika Gibas, Andreas Weigelt, Eike Küstner und Susan Neiman.
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Widerspruchsvoller Neubeginn - Ostdeutsch-jüdische Geschichten nach 1945
25.07.2021
bis 01.08.2021 | Krakau (Kleinpolen)
Die Studienreise „Polen unter NS-Herrschaft - Geschichte und Folgen“ soll in einer Zeit, in der zu Hause das Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ eine wichtige Rolle spielt, in die Partnerregion des Freistaats nach Kleinpolen führen, wobei dort die Suche nach Spuren jüdischen Lebens und jüdischer Kultur und seiner Vernichtung im von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt stehen werden. Zentral wird dabei die Beschäftigung mit der NS-Herrschaft in Polen sein, denn die von Deutschland ausgehende Eroberungs- und Vernichtungspolitik führte nicht nur zu unermesslichem Leid für Polen, sondern v. a. auch zur Auslöschung der dort in Jahrhunderten gewachsenen jüdischen Kultur und zur Ermordung von Millionen jüdischer Menschen. Ein Studientag in der Gedenkstätte Auschwitz sowie ein weiterer in der ehemaligen Schindler-Fabrik sowie im damaligen Ghetto und KZ Plaszow dienen diesem Ziel. Im Fokus steht außerdem die frühere jüdische Kultur in Krakau, Kleinpolen und Galizien und heutige Bestrebungen, an sie zu erinnern bzw. sie wieder lebendig werden zu lassen. Schließlich sind auch der gegenwärtige Umgang mit dem jüdischen Erbe in Polen, das polnisch-jüdische Verhältnis heute sowie aktuelle erinnerungspolitische Diskussionen in unserem Nachbarland Gegenstand des Studienreiseprogramms.

Das Stattfinden der Reise hängt von der im Juli erreichten Situation hinsichtlich der CoVid-19-Pandemie ab sowie von den dann gültigen diesbezüglichen Bestimmungen, insbesondere den Reiseverkehr betreffend. Aktuell zum Reisetermin geltende Gesundheitsschutzbestimmungen müssen beachtet werden. Das Erlangen eines vollständigen Impfschutzes nach RKI-Definition bis Reisebeginn ist empfehlenswert.
Für die Reise wird kein Teilnahmebeitrag erhoben, die Landeszentrale übernimmt die Kosten für das gesamte Bildungsprogramm. Teilnehmende zahlen selbst die Kosten für weiterhin zentral organisierte Reisebestandteile: den Transfer nach Krakau u. z., die Hotelübernachtung mit Frühstück sowie eine täglich zum Programm gehörende gemeinsame Mahlzeit, insgesamt ca. 400 (DZ) bzw. ca. 545 € (EZ).
Die Studienreise ist gemäß Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz als Bildungsmaßnahme auf dem Gebiet der gesellschaftspolitischen Bildung mit Bescheid des TMBJS vom 06.03.2017 (AZ 25-0342-1130) anerkannt (Anträge auf www.bildungsfreistellung.de).
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Polen unter NS-Herrschaft Geschichte und Folgen. Gedenkstätte Ausschwitz - Spuren jüdischen Lebens in Krakau und Kleinpolen Studienreise
16.09.2021 | 19:00 | Ilmenau
Lesung & Gespräch mit Monika Stenzel & Ulrike Jackwerth

Fast Vierzig Jahre nach dem bahnbrechenden Interview-Buch »Guten Morgen, du Schöne« von Maxie Wander befragten die Autorinnen Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth ostdeutsche Großmütter, Töchter und Enkelinnen, wie sie heute ihr Leben meistern, was sie glücklich macht, was Heimat für sie bedeutet. Wie haben sie die umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen nach 1989 erlebt, wie sich in der »westlichen Realität« zurechtgefunden? Und was bedeuten die gesellschaftlichen und biografischen Umbrüche für die nachfolgende Generation? In spannenden, unterhaltsamen und oftmals berührenden Porträts werden die Frauen und ihre Geschichten vorgestellt, kann man Anteil nehmen an ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Monika Stenzel, geboren in Halle (Saale). Abschluss an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. 1981 stellte sie einen Antrag auf Ausreise und verließ 1984 mit ihrer Familie die DDR. Seitdem lebt sie in Berlin und arbeitete als freie Schauspielerin an verschiedenen Theatern der Republik. 2012 begann sie zu schreiben. »He, du Glückliche!« ist ihre erste Veröffentlichung. Ulrike Jackwerth, geboren in Wiener Neustadt/Österreich. Schauspielstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst »Mozarteum« in Salzburg. Seit 1984 lebt sie in Berlin, arbeitet als Schauspielerin und Regisseurin an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum und seit 2014 auch als Dozentin und Coach für Schauspiel. 1987 begegneten sich Ulrike Jackwerth und Monika Stenzel bei einer gemeinsamen Produktion und arbeiteten seitdem mehrfach erfolgreich zusammen.

Der ursprünglich für Donnerstag, den 4. März 2021, 19.00 Uhr im Frauenkommunikationszentrum BINKO in Hildburghausen vorgesehene Termin wurde auf Donnerstag, den 24. Juni 2021 in der Hoffnung auf eine Präsenzveranstaltung am o.g. Veranstaltungsort verschoben.
He, du Glückliche!
23.09.2021 | 10:00 | Zughafen, Erfurt
Bei der »Querdenken«-Bewegung oder »Hygiene«-Demonstrationen finden Menschen zusammen, die früher eher selten gemeinsam auftraten. Die politischen Orientierungen dieser neu entstandenen Mischszene sind jenseits des Protests gegen die staatlichen Maßnahmen widersprüchlich. Die radikale Rechte war teils lange auf der Suche nach ihrem Standpunkt zur aktuellen Pandemie-Politik, um sich dann den Protesten anzuschließen. Sie inszeniert sich als ihr militanter Arm und sucht dabei auch die direkte Konfrontation mit der Polizei. Die unverzichtbare Abgrenzung von radikalen Rechten erodiert offensichtlich in der Gesellschaft. Radikalisierungsprozesse nach rechts sind unübersehbar. Verschwörungsmythen rund um die Ausbreitung des Corona-Virus sind verbreitet und häufig mit antisemitischen Argumentationsmustern verbunden. Teilnehmende der Demonstrationen vergleichen sich mit Verfolgten des Nationalsozialismus, um die aktuelle Regierung als Diktatur anzuklagen. So trägt der Protest auch geschichtsrevisionistische Züge. Wir wollen gemeinsam mit verschiedenen Expertinnen und Experten über diese aktuellen Entwicklungen sprechen und dabei besonders auf die Bereiche der Verschwörungsmythen, des Antisemitismus und des Geschichtsrevisionismus eingehen.
Gemeinsame Fachtagung mit Mobit
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Gefährdete Demokratie? Geschichtsrevisionismus, Verschwörungsmythen und Pandemie-Leugnung.
24.10.2021
bis 02.11.2021 | Israel
Nachdem die geplante Israel-Reise der LZT im Jahr 2020 pandemiebedingt zwei Mal abgesagt werden musste, wird sie nun vom 24. Oktober bis 2. November 2021 stattfinden. Das Angebot richtet sich an Interessierte in Thüringen (Wohn-/Arbeitsort), vorrangig an Personen mit Multiplikatoren-Funktion (Bildung, Journalismus, Kunst, Kultur, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Vereins-/Verbandsarbeit), die sich ggf. auch für Projekte in Israel interessieren. Die Studienreise ist beim TMBJS als Bildungsmaßnahme gemäß Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz angemeldet. Entsprechend den gesetzlichen Regelungen kann dafür Bildungsurlaub gewährt werden.
Die Teilnehmerzahl ist auf 32 begrenzt - Anmeldeschluss ist der 7. Juli 2021.
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Israel-Reise der LZT 2021
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