Veranstaltungen

03.06.2022 | 18:00 | METROPOL Kino, Leipziger Str. 24, 07545 Gera
Der Film von Karin Kaper und Dirk Szuszies beleuchtet das Leben des jüdischen Schriftstellers Walter Kaufmann, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden, während er selbst noch durch einen der Kindertransporte 1939 nach England gerettet werden konnte.
Hafenarbeiter, Seemann, Korrespondent, politischer Aktivist und Romanautor: Im Leben des 1924 in Berlin geborenen und am 15.4.2021 dort gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich die Verheißungen, Verwerfungen und Verbrechen des 20. Jahrhunderts wider. Als wacher Geist und nimmermüder Akteur wollte er die Welt begreifen, beschreiben und verändern. Der Film folgt den Stationen seines Lebens: Geboren in der Weimarer Republik musste er die in Vernichtung mündende Verfolgung durch die Nazis erleben, gelangte nach seiner Rettung ins britische Exil im Zweiten Weltkrieg als „feindlicher Ausländer“ nach Australien, fand dort über die Gewerkschaftsbewegung zur kommunistischen Partei, kehrte 1956 nach Europa zurück und nahm bewusst seinen Wohnsitz in Ostberlin. Dank seines australischen Passes, den er zeit seines Lebens behielt, bereiste er als Kosmopolit die ganze Welt. Er wurde Chronist der Bürgerrechtsbewegung in den USA, des Prozesses gegen Angela Davis, der Revolution in Kuba, der Folgen der Atombombenabwürfen in Japan, der unendlichen Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes, des Zusammenbruchs der DDR und der nachfolgenden Entwicklungen im wiedervereinigten Deutschland. Im Film wird auf imponierende Weise deutlich, wie Walter Kaufmann bis zu seinem letzten Atemzug gegen rechtsextremistische Bestrebungen und den zunehmenden Antisemitismus unserer Tage kämpfte. Kaper und Szuszies bewirken, dass das Vermächtnis dieses einzigartigen Zeitzeugen nicht nur in seinen Bücher erhalten bleibt, sondern auch in diesem beeindruckenden Dokumentarfilm.

Im Rahmen der "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" (ggf. verlinken, wenn das geht: https://www.metropolkino-gera.de/de/1700-jahre-juedisches-leben-deutschland)
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Film & Gespräch mit Regisseur Dirk Szuszies: „Walter Kaufmann – Welch ein Leben!“ (D 2021)
07.06.2022 | 19:30 | Rudolstadt, Schillerhaus, Schillerstraße 25
Der Ursprung radikaler Selbstfürsorge liegt dort, wo auch gesellschaftlicher Wandel beginnt – bei dir, bei mir, bei uns. Svenja Gräfen hielt Self-Care lange für egoistisch, unsolidarisch und ein falsches Versprechen der milliardenschweren Wellness-Industrie. Zeit für ein Update: Denn Selbstfürsorge ist weder Produkt noch Luxus, sondern zugänglich für jede*n und eine Basis, um auch für andere da sein zu können. In diesem Buch erzählt die Autorin von eigenen Strategien und Erfahrungen. Sie macht deutlich, warum Self-Care gerade jetzt so wichtig ist – und weshalb Selbstfürsorge und Feminismus einander nicht widersprechen, sondern zusammengehören.
„Gerade weil alles so ungeheuer verstärkt und superlativ ist, weil die Umstände so dermaßen ungünstig sind, ist auch Selbstfürsorge umso relevanter geworden. Jetzt erst recht – denn Selbstfürsorge, radikale Selbstfürsorge, ist nötig, um zu überleben, dabei nicht durchzudrehen und auch weiterhin dafür kämpfen zu können, dass sich etwas verändert. Weil gesellschaftlicher Wandel nur dann stattfinden kann, wenn wir lernen, auf möglichst nachhaltige Weise auch für uns selbst zu sorgen.
Svenja Gräfen, geb. 1990, lebt in Leipzig und ist Autorin für Prosa, Essay und Drehbücher. Sie veröffentlichte bisher zwei Romane. „Das Rauschen in unseren Köpfen“ und „Freiraum“, sowie Texte in Anthologien und Literaturzeitschriften. Für ihr Schreiben hat sie zahlreiche Stipendien erhalten. Sie leitet Schreibkurse und arbeitet als freiberufliche Redakteurin, Lektorin und Kreativberaterin.
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Lesung und Gespräch mit der Autorin Svenja Gräfen:
08.06.2022 | 19:30 | Gera, Stadt- und Regionalbibliothek, Puschkinplatz 7a
Der Ursprung radikaler Selbstfürsorge liegt dort, wo auch gesellschaftlicher Wandel beginnt – bei dir, bei mir, bei uns. Svenja Gräfen hielt Self-Care lange für egoistisch, unsolidarisch und ein falsches Versprechen der milliardenschweren Wellness-Industrie. Zeit für ein Update: Denn Selbstfürsorge ist weder Produkt noch Luxus, sondern zugänglich für jede*n und eine Basis, um auch für andere da sein zu können. In diesem Buch erzählt die Autorin von eigenen Strategien und Erfahrungen. Sie macht deutlich, warum Self-Care gerade jetzt so wichtig ist – und weshalb Selbstfürsorge und Feminismus einander nicht widersprechen, sondern zusammengehören.
„Gerade weil alles so ungeheuer verstärkt und superlativ ist, weil die Umstände so dermaßen ungünstig sind, ist auch Selbstfürsorge umso relevanter geworden. Jetzt erst recht – denn Selbstfürsorge, radikale Selbstfürsorge, ist nötig, um zu überleben, dabei nicht durchzudrehen und auch weiterhin dafür kämpfen zu können, dass sich etwas verändert. Weil gesellschaftlicher Wandel nur dann stattfinden kann, wenn wir lernen, auf möglichst nachhaltige Weise auch für uns selbst zu sorgen.
Svenja Gräfen, geb. 1990, lebt in Leipzig und ist Autorin für Prosa, Essay und Drehbücher. Sie veröffentlichte bisher zwei Romane. „Das Rauschen in unseren Köpfen“ und „Freiraum“, sowie Texte in Anthologien und Literaturzeitschriften. Für ihr Schreiben hat sie zahlreiche Stipendien erhalten. Sie leitet Schreibkurse und arbeitet als freiberufliche Redakteurin, Lektorin und Kreativberaterin.
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Lesung und Gespräch mit der Autorin Svenja Gräfen:
16.06.2022 | 19:00 | Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
Vortrag mit anschl. Diskussion
Moderation: Peter Reif-Spirek (LZT)

Jede*r achte erwachsene Deutsche, so die Berechnungen des Historikers Götz Aly, ist direkt mit einem Menschen verwandt, der zwischen 1940 und 1945 ermordet wurde, weil er als „erbkrank“, als verrückt, unnormal, chronisch krank, gemeingefährlich oder arbeitsunfähig galt. Ein „uneingestandenes, nirgends dokumentiertes und das Gewissen erleichterndes Komplizentum“ von Millionen Deutschen habe das nationalsozialistische Regime zu den Morden an Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen ermutigt, so die These von Götz Aly. Umgekehrt zeigt er auf, dass psychisch kranke Menschen in Anstalten dann eine größere Chance hatten zu überleben, wenn sich ihre Familien um sie kümmerten. Der passiven Duldung der Krankenmorde durch die Gesellschaft folgte nach 1945 das geteilte Schweigen in beiden deutschen Staaten. Bis heute hält die Scham an, die Angehörige dazu bringt, ihre ermordeten Verwandten zu verschweigen. In seinem Vortrag zeigt Götz Aly die Nachgeschichte der „Euthanasie“-Verbrechen auf und analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der gesellschaftlichen Auseinandersetzung in Ost und West. Er leitet daraus die Forderung ab, diese Menschen wie andere Verfolgte des Naziregimes mit vollem Namen zu erinnern. Nach langjährigen Diskussionen veröffentlichte das Bundesarchiv 2018 die Namen jener Ermordeten der sogenannten „Aktion T4“, zu denen das Archiv Patientenakten besitzt. Damit sind 30.000 von rund 70.000 Opfern dieser ersten zentral geplanten Phase des Massenmords veröffentlicht. Götz Aly fordert ein zentrales Register, in dem alle Namen der „Euthanasie“-Opfer veröffentlicht werden. Nur so könnten wir endlich erfahren, ob in unserer eigenen Familie auch Nazi-Opfer gewesen seien.
Götz Aly ist Historiker und wurde für seine Bücher über den Antisemitismus und die nationalsozialistischen Verbrechen vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er 2018 für das Buch »Europa gegen die Juden 1880-1945« den Geschwister-Scholl-Preis. Neben Ernst Klee trieb Götz Aly die Erforschung der Krankenmorde im Nationalsozialismus maßgeblich voran, u.a. auch durch die Herausgabe der „Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik“. 2013 erschien sein Buch „Die Belasteten“, in dem er beschreibt, wie die „Euthanasie“-Morde an ca. 200.000 Menschen in der Gesellschaft als „öffentlich bekanntes Geheimnis“ durchgeführt wurden.

Eine Teilnahme an der Veranstaltung im Erinnerungsort Topf & Söhne ist nur nach Anmeldung möglich. Bitte melden Sie sich per Mail beim Erinnerungsort Topf & Söhne an: fsj.topfundsoehne@erfurt.de Die zum Veranstaltungszeitraum gültigen Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus, die bei einem Besuch von Vorträgen zu beachten sind, erfahren Sie auf der Internetseite des Erinnerungsorts: www.topfundsoehne.de

Eintritt frei
Eine Anmeldung ist erforderlich
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Götz Aly: Geteiltes Schweigen.  Die Auseinandersetzung mit den „Euthanasie“-Verbrechen in beiden deutschen Staaten
16.06.2022 | 19:00 | Nordhausen, Stadtbibliothek, Nikolaiplatz 1
Das Leben und Wirken des in Thüringen geborenen Liedermachers, Schriftstellers und früheren DDR-Dissidenten Stephan Krawczyk steht im Mittelpunkt des Abends "Ich dagegen singe...".
Der Filmproduzent, Autor und Kulturmanager Prof. Jürgen Haase wird sein filmisches Portrait über Krawczyk vorstellen und mit ihm diskutieren.
Vor allem aber wird Stephan Krawczyk selbst lesen und singen und dabei Vergangenheit und Gegenwart kritisch reflektierend und gleichwohl unterhaltsam in den Blick nehmen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit "Gegen Vergessen für Demokratie e.V."
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Stephan Krawczyk: Ich dagegen singe...
16.06.2022 | 19:00 | Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
Vortrag von Dr. Götz Aly, Historiker

Jede*r achte erwachsene Deutsche, so die Berechnungen des Historikers Götz Aly, ist direkt mit einem Menschen verwandt, der zwischen 1940 und 1945 ermordet wurde, weil er als "erbkrank", als verrückt, unnormal, chronisch krank, gemeingefährlich oder arbeitsunfähig galt. Ein "uneingestandenes, nirgends dokumentiertes und das Gewissen erleichterndes Komplizentum" von Millionen Deutschen habe das nationalsozialistische Regime zu den Morden an Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen ermutigt, so die These von Götz Aly. Umgekehrt zeigt er auf, dass psychisch kranke Menschen in Anstalten dann eine größere Chance hatten zu überleben, wenn sich ihre Familien um sie kümmerten.

Der passiven Duldung der Krankenmorde durch die Gesellschaft folgte nach 1945 das geteilte Schweigen in beiden deutschen Staaten. Bis heute hält die Scham an, die Angehörige dazu bringt, ihre ermordeten Verwandten zu verschweigen. In seinem Vortrag zeigt Götz Aly die Nachgeschichte der "Euthanasie"-Verbrechen auf und analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der gesellschaftlichen Auseinandersetzung in Ost und West. Er leitet daraus die Forderung ab, diese Menschen wie andere Verfolgte des Naziregimes mit vollem Namen zu erinnern. Nach langjährigen Diskussionen veröffentlichte das Bundesarchiv 2018 die Namen jener Ermordeten der sogenannten "Aktion T4", zu denen das Archiv Patientenakten besitzt. Damit sind 30.000 von rund 70.000 Opfern dieser ersten zentral geplanten Phase des Massenmords veröffentlicht. Götz Aly fordert ein zentrales Register, in dem alle Namen der "Euthanasie"-Opfer veröffentlicht werden. Nur so könnten wir endlich erfahren, ob in unserer eigenen Familie auch Nazi-Opfer gewesen seien.

Anmeldung: Eine Teilnahme an der Veranstaltung im ist nur nach Anmeldung möglich. Bitte melden Sie sich per Mail an: fsj.topfundsoehne@erfurt.de

Wir benötigen von Ihnen die private Wohnanschrift oder Telefonnummer, um die Kontaktnachverfolgung gemäß der aktuellen Verordnung zu gewährleisten. Bei Veranstaltungen am Erinnerungsort Topf & Söhne gilt die 2G-Regelung. In den Innenräumen ist während des gesamten Aufenthalts ein qualifizierter Atemschutz zu tragen.
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Geteiltes Schweigen. Die Auseinandersetzung mit der NS-
17.06.2022
bis 19.06.2022 | EJBW, Weimar
Nachdem das vom 16.-18. März 2020 gemeinsam mit der Akademie Frankenwarte in Würzburg geplante Frauenseminar durch die beginnende Coronapandemie ausfallen musste, möchten wir nun unter dem neuen Titel - „Auf nach Weimar!“ Frauenspuren in der Geschichtsschreibung und Gegenwart – vom 17.-19. Juni 2022 erneut einladen, dieses Mal in den geschichtsträchtigen Ort Weimar.
Die Teilnehmerinnen erwartet ein sehr interessantes Programm. Wir begeben uns auf Spurensuche, angefangen von den Frauenpersönlichkeiten im 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In einem biografischen Erfahrungsaustausch werden wir unsere eigenen Erfahrungen einbringen und u. a. den Fragen nachgehen: Wie erlebten und gestalteten Frauen die deutsche Einheit vor über 30 Jahren? Welche Möglichkeiten haben wir, weibliches Engagement stärker zu würdigen?
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21.06.2022 | 19:00 | Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
Buchvorstellung und Gespräch mit Prof. em. Dr. Brigitte Studer, Historisches Institut der Universität Bern
Moderation: Dr. Annette Leo, Historikerin und Publizistin

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts lässt sich ohne die Geschichte des Kommunismus nicht verstehen. Mit der Kommunistischen Internationale nahm 1919 ein revolutionäres Projekt Gestalt an, das auf einer schlagkräftig organisierten und global vernetzten Avantgarde aufbaute. Mit besonderem Augenmerk auf eine Gruppe von transnational engagierten Frauen und Männern zeichnet Brigitte Studer in Reisende der Weltrevolution ein Gesamtbild der Komintern in globaler Perspektive nach – von Moskau und Berlin über Baku und Taschkent bis nach Wuhan und Shanghai. Sie zeigt die soziale Realität der arbeitsteiligen Welt der Komintern und die Erfahrungen, Hoffnungen und auch Enttäuschungen von Menschen, für die die Revolution Arbeit und Lebensinhalt war. Eine Schlüsselfigur in diesem internationalen Netzwerk: der Erfurter Willi Münzenberg.

„Jetzt ist ein Buch erschienen, dessen Gegenstand nicht hauptsächlich die wechselvolle Komintern-Politik ist, sondern die Lebenswelt der handelnden Personen. Verfasst hat es die Schweizer Historikerin Brigitte Studer, die seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet arbeitet und ein wahres Massiv von Primär- und Sekundärquellen vermessen hat“. Gero von Randow, DIE ZEIT

Anmeldung: Eine Teilnahme an der Veranstaltung im ist nur nach Anmeldung möglich. Bitte melden Sie sich per Mail an: fsj.topfundsoehne@erfurt.de

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Reisende der Weltrevolution. Eine Globalgeschichte der Kommunistischen Internationale
25.06.2022 | 19:00 | Stadtbibliothek, Schulplatz 13, 07407 Rudolstadt
Buchvorstellung und Gespräch mit der Autorin

Die Autorin Grit Lemke, die schon mit ihrem Film Gundermann Revier einen tiefen Blick in das Leben ihrer Heimatstadt Hoyerswerda geworfen hatte, arbeitet nun die Biografie ihrer komplexen Generation auf. In einem dokumentarischen Roman verschränkt sie virtuos die Stimmen der Kinder von Hoy zu einer mitreißenden Oral History. In den sechziger und siebziger Jahren waren sie mit ihren Eltern nach Hoyerswerda gekommen, eine DDR-Musterstadt: aus dem Heideboden gestampft, aus Bauelementen zusammenmontiert. Morgens rollen die Eltern in Schichtbussen davon, die Kinder wachsen in einem großen Kollektiv auf. Die Erzählerin wird Teil der Kultur- und Kunstszene um Gerhard Gundermann, den Springsteen des Ostens. Eine Art proletarische Bohemè entwickelt sich: nachts im Kellerclub, morgens im Schichtbus. Doch der Wiedervereinigung folgen Massenentlassungen, und ein latent vorhandener Rassismus gegen in der Stadt lebende Vertragsarbeiter sowie eine schnell erstarkende Rechte führen zu Ausschreitungen. Die Kulturszene bleibt tatenlos, doch auch für sie wird danach nichts mehr sein, wie es war.

Grit Lemke wurde 1965 in Spremberg/Niederlausitz geboren. Nach einer Baufacharbeiterlehre und Arbeit im Theater- und Kulturbereich studierte sie Kulturwissenschaft, Ethnologie und Germanistik in Leipzig. Seit 1993 ist sie freie Journalistin für Printmedien, Online und TV. Promotion in Europäischer Ethnologie. Seit 1991 ist sie bei vielen Film-Festivals tätig, so DOK Leipzig, das Sheffield International Documentary Festival, das Festival des osteuropäischen Films Cottbus. Lehraufträge im Bereich Visuelle Anthropologie, Dokumentarfilm und Kuratieren. Publikationen zum Dokumentarfilm und Mitarbeit an Filmen. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin und Kuratorin in Berlin. Ihr Film Gundermann Revier wurde 2020 für den Grimmepreis nominiert.
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Grit Lemke: Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror
28.06.2022 | 09:30 | Erfurt, Zughafen, 9.30 Uhr
In regelmäßigen Abständen werden kontroverse Debatten über die Stabilität demokratischer Orientierungen im Osten geführt. Der Rechtsextremismus hat hier zweifellos eine Spezifik. Sie zeigt sich vor allem in einer besonderen Gewaltdichte. Rechtsextreme Wahlparteien haben mehrfach Wahlerfolge feiern können, in der sich bis heute politische Kontinuitäten widerspiegeln, die in die sog, Baseballschlägerjahre der frühen 1990er Jahre zurückreichen. Die Wählermilieus haben sich radikalisiert und zeichnen sich bisher durch eine hohe Stabilität aus. Auch die soziale Bewegungsdynamik ist durch die Bereitschaft zu Militanz geprägt. Die unverzichtbare Abgrenzung von Demokratiefeinden und radikalen Rechten erodiert offensichtlich in der Gesellschaft, wie auch die jüngsten Mobilisierungswellen der Pandemieleugnerszene zeigen. Über die Ursachen dieser Entwicklungen findet eine kontroverse Diskussion statt, in der die Erbschaft autoritärer Traditionen (nicht nur der DDR) und die besonderen Transformationserfahrungen nach 1990 häufig gegeneinander gestellt statt zusammen gedacht werden. Die radikale Rechte wähnt die DDR als Sehnsuchtsort einer autoritären und ethnisch homogenen Gesellschaft. Wir wollen mit unserer Tagung, die wir mit Mobit veranstalten, die empirischen Befunde zum Rechtextremismus im Ost-West-Vergleich vorstellen und nach der Wirksamkeit langer autoritärer Traditionen wie auch nach den politischen Spätfolgen der frühen 1990er fragen, die bis heute eine offene, demokratische Kultur beschädigen.
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Tagung: Rechter Osten!?. Schwierige Erbschaften, soziale Umbrüche und Demokratiegefährdung
17.07.2022
bis 24.07.2022 | Tschechien
Die Studienreise nach Tschechien soll eine Auseinandersetzung mit Fragen der tschechischen Zeitgeschichte ermöglichen und der Beschäftigung mit der Entwicklung und dem aktuellen Stand der nachbarschaftlichen Beziehungen dienen. Nachdem die deutsche und tschechische Geschichte jahrhundertelang eng verwoben waren, verlief sie im 20. Jahrhundert über weite Strecken konfrontativ. Seit 1990 haben beide Staaten historische Streitthemen beigelegt, die staatlichen Beziehungen sind institutionalisiert und stabil. „Doch die deutsch-tschechische gesellschaftliche Verflechtung bleibt schwach“, schätzt der tschechische Politologe Vladimir Handl in seinem Beitrag „Vertraute Fremde“ in Heft 4-6/2021 der Zeitschrift Osteuropa (S. 183ff.) ein. Das betreffe Verständigungsprozesse der Regierungen auf bilateraler und europäischer Ebene, meint aber auch die ausbaufähigen Möglichkeiten für Bürger*innen beider Länder, einander zu begegnen.

Die Reise soll dazu beitragen, bei den Teilnehmenden Interesse zu wecken an Land und Leuten, damit sich „vertraute Fremde“ besser kennenlernen können. Ziel der Studienreise wird v.a. die mährische Hauptstadt Brno sein. Außerdem ist auf der Rückreise ein Besuch in der 2021 eröffneten Ausstellung „Unsere Deutschen“ im Museum Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem geplant.
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Studienreise „‘Vertraute Fremde‘ - Nachbar Tschechien. Weg- und Wendepunkte in der (deutsch-)tschechischen Geschichte und Gegenwart“ vom 17. - 24.07.2022
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