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19.05.2022 | 19:00 | Hildburghausen, Volkshochschule, Obere Marktstraße 44
Lesung und Gespräch
Vor 100 Jahren gab es die ersten Querdenker, heute haben sie wieder Konjunktur, sehen sich im Besitz einer »Wahrheit«, die die vermeintlichen Lügen des Establishments besiegt. Darin zeigt sich eine oft übersehene Subströmung der politischen Geschichte Deutschlands. Dieses Buch macht sie sichtbar. Im Berliner Scheunenviertel, wo mit den »Hygienedemos« im April 2020 die Bewegung der Corona-Leugner*innen begann, gründete 1918 Filareto Kavernido seine Kommune. In Stuttgart, wo die Querdenker den größten Zulauf finden, vereinigte Gusto Gräser 100 Jahre zuvor gegenkulturelles Hippietum und Impf-Feindschaft. Und in Hildburghausen ließ der Maler und völkische »Christrevolutionär« Max Schulze-Sölde seinerzeit die Grenzen von Links und Rechts verwischen. Sie alle sind der Ursprung einer spirituellen Querfront, die heute auf den Straßen präsent ist. Wie schnell kann Harmlosigkeit in Totalitarismus kippen? Was bleibt von den alten Utopien, nachdem sie von rechts vereinnahmt wurden? Mit großer Sensibilität gelingt Steffen Greiner die Dokumentation einer deutschen Unterströmung, deren Einfluss auf das Freiheitsverständnis vieler zu lange unterschätzt wurde.
Steffen Greiner, geb. 1985 in Saarbrücken, ist Kulturwissenschaftler, Journalist und Dozent. Er lebt in Berlin. Steffen Greiner leitet die Redaktion der Zeitschrift zur Gegenwartskultur „Die Epilog“ und war Mitautor von „Liebe, Körper, Wut & Nazis. Wie wir beschlossen, uns alles zu sagen“.
Bitte melden Sie sich per Telefon oder E-Mail bei der Kreisvolkshochschule Hildburghausen an: 03685-702085 | kvhs.hildburghausen@vhs-th.de
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Steffen Greiner: Die Diktatur der Wahrheit. Eine Zeitreise zu den ersten Querdenkern
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