Veranstaltungen

09.02.2023 | 18:00 | Greiz, Stadt-und Kreisbibliothek Kirchplatz 4
Lesung und Gespräch

Mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine haben sich die deutschen Mythen zur »russischen Vertragstreue« wie auch zur »Annäherung durch Handel« als Illusion erwiesen. Dabei hat die Sowjetunion bereits beim Trassenbau massiv ihre Interessen gegenüber der DDR durchgesetzt und den abhängigen Partner wirtschaftlich überfordert. Zwischen 1975–1978 und 1982–1990 arbeiteten mehr als 25.000 Bauleute aus der DDR an zwei Pipelineprojekten mit. Diese Projekte sollten den fossilen Rohstoff Erdgas aus dem fernen Osten der damaligen Sowjetunion über Tausende Kilometer Entfernung nach Westeuropa liefern. Außerdem schufen sie an verschiedenen Bauabschnitten Straßen, Brücken, Wohngebiete, Wirtschafts- und Gesellschaftsgebäude. Offiziell ein »Zentrales Jugendobjekt der FDJ« wurde es für alle Beteiligten zum »Bauwerk des Jahrhunderts«, verbunden mit einem »Hauch von Freiheit und Abenteuer«. Die Publikation erläutert den technologischen Ablauf bei der Errichtung von Verdichterstationen und Großröhrentrassen, die politischen und ökonomischen Hintergründe des gigantischen Projekts während der Widrigkeiten des »Kalten Krieges« sowie den Arbeitsalltag, das Leben in den Wohnlagern fern der Heimat und die Freizeitgestaltung der »Trassnikis« aus Ostdeutschland.

Frank Michael Wagner ist Jahrgang 1958. Er absolvierte sein Studium am »Literaturinstitut« Leipzig und in Kulturmanagement/Public Relations in Bonn. Er ist Journalist und Buchautor und war lange Zeit Pressesprecher einer Thüringer Kommune. Er selbst arbeitete an der »Druschba-Trasse« als Zimmermann. Ab 1983–1990 unternahm er dann u. a. jährlich längere Aufenthalte als Reporter/Fotograf auf den Baustellen der Erdgas-Pipelineprojekte in der Ukraine, am Ural sowie in anderen Sowjetrepubliken.
Mehr Informationen
Frank Michael Wagner: Wie das Erdgas aus Sibirien nach Westeuropa kam. Die Trassenprojekte der DDR
Für diese Veranstaltung ist derzeit keine Anmeldung möglich.
Menu: