Der Podcast der LZT
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13. August 1961 – 13. August 2021 – Ein Podcast anlässlich 60 Jahre Mauerbau
07.06.2021
Im Auftrag der Landeszentrale produziert mit Lothar Tautz vom Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, Annette Hildebrandt als weitere Zeitzeugin und Betroffene und Tobias Bassenge als Moderator. In diesem Sommer ist es 60 Jahre her, dass am 13. August 1961 überraschend quer durch Berlin eine Mauer gebaut wurde. Bis dahin war zwar die Bevölkerung der DDR bereits durch einen bewachten Stacheldrahtzaun an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland vom Westen abgeriegelt, aber in Berlin war es immer noch möglich, von Ost nach West zu wechseln. Was allerdings von Seiten der SED-Regierung für ihre Bürger verboten war. Trotzdem wurde es von vielen praktiziert, um zu arbeiten und die begehrte D-Mark zu verdienen, zu studieren oder um schließlich ganz und gar in den Westen „abzuhauen“. Dem schob die DDR-Regierung mit dem Mauerbau einen Riegel vor. Unsere Gesprächsteilnehmer berichten davon, was das für sie persönlich bedeutet hat: als Thüringer, als Ostberliner „Mauerkind“ und als Kind, das auf der Ostseite der Mauer aufgewachsen ist. Und sie erzählen, wie sie 1989 den Mauerfall erlebt haben und was sie heute mit „Mauern“ assoziieren.
NS-Bücherverbrennungen in Thüringen
10.05.2021
Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten am 30. Januar begann der systematische Kampf gegen den demokratischen Geist. Sofort setzte eine Verfolgungswelle gegen die demokratische Opposition ein. Auch viele Autoren wurden Opfer dieser Repression oder flohen ins Exil. Am 10. Mai 1933 wurden in der „Aktion wider den undeutschen Geist“ der Deutschen Studentenschaft in Berlin Bücher jüdischer, pazifistischer und anderer oppositioneller Schriftsteller öffentlich verbrannt. Vergleichbare Aktionen folgten in zahlreichen anderen deutschen Städten. Auch in Thüringen sind bis in den November 1933 hinein mehrere Bücherverbrennungen nachgewiesen. Eike Küstner zeigt, welche unterschiedlichen Akteursgruppen die lokalen Aktionen vorangetrieben haben und erläutert dies an den Beispielen Mühlhausen, Hildburghausen, Niedergrunstedt bei Weimar, Erfurt und Jena.
"Von Gotha nach Haifa" Fritz Noack (1890-1968) - Mediziner, Sozialist und Zionist
27.04.2021
Fritz Noack ließ sich 1920 in Gotha nieder. Seit 1921 war er der einzige jüdische Kreisarzt in Thüringen. Noack war Sozialist und engagierte sich in in den Gothaer Arbeiterorganisationen ebenso wie in linkszionistischen Gruppen. Für seine Jugendarbeit gab er ein jüdisches Liederbuch heraus, das nach eigenen Angaben, das erste seiner Art im Deutschland war. Bisher wenig beachtet, ist die führende Rolle Fritz Noacks in der zionistischen Bewegung in Thüringen und seine überregionalen Aktivitäten in der zionistisch-sozialistischen Bewegung Poale Zion. Schon seit den 1920er Jahren mit antisemitischen Angriffen konfrontiert, erkannte er früh die nationalsozialistischen Gefahren. Nach der Machtübernahme durch die Nazis wanderte er bereits 1933 mit seiner Familie nach Palästina aus und war hier maßgeblich am Aufbau des Gesundheitswesens beteiligt. Nach der Staatsgründung wurde er Vertreter Israels in der WHO. Judy Slivi erforscht seine Biographie und stellt im Podcast erste Ergebnisse vor.
Der Erfurter Leuchter - Lebenszeichen aus den „Katakomben“ der Altstadt
17.02.2021
Ein Podcast Im Rahmen des Themenjahrs „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ von Lothar Tautz mit Tobias Bassenge als Moderator und Produzent und Dr. Ronen Pinkas als special guest. Die Landeszentrale für politische Bildung führt seit 2013 Schulprojekte mit dem Religionspädagogen und Sozialkundelehrer Lothar Tautz durch. In der im Podcast vorgestellten Schulprojektreihe richten wir den Blick auf das jüdische Leben in Thüringen, insbesondere auf Erfurts jüdisches Erbe, wofür die Stadt gerade den Antrag auf den UNESCO-Welterbetitel gestellt hat. Im Podcast stellt Lothar Tautz in seiner ihm eigenen Art das Schulprojekt vor. Im Fokus steht der „Erfurter Leuchter“, eine Menora, die einer jüdischen Familie gehörte, die bis zu den Verfolgungen durch die Nationalsozialisten in der Erfurter Altstadt wohnte. Die Menora wurde zu DDR-Zeiten von ihm entdeckt und ist heute eines der wichtigsten Ausstellungsstücke in der Kleinen Synagoge. Sachverständige Verstärkung für das Gespräch hat er sich mit Dr. Ronen Pinkas aus Haifa, seit 2018 auch Dozent an der Uni Potsdam, geholt. Den musikalischen Auftakt spielt die israelische Folk-Gruppe „The Parvarim“ mit „Hevenu Schalom Alechem“. Bei Interesse am Projekt, das ab September in der Alten und Kleinen Synagoge durchgeführt wird, wenden Sie sich bitte an Frau Ursula Nirsberger: Ursula.Nirsberger@tsk.thueringen.de.
Schulprojektreihe 2021 „Ossi-Wessi-Geht’s noch?“
01.02.2021
Schulprojektreihe 2021 „Ossi-Wessi-Geht’s noch?“ - Projektreferent Lothar Tautz im Gespräch - Herr Tautz wurde auch 2021 von der Landeszentrale beauftragt, DDR-Schulprojekte sowohl in traditioneller als auch in digitaler Form durchzuführen. Mit dem digitalen Format konnte er bereits 2020 sehr gute Erfahrungen sammeln. Gemeinsam mit dem Verein „Gegen Vergessen - Für Demokratie“ e.V. führt die LZT seit 2013 DDR-Schulprojekte mit Herrn Tautz durch. Es ist uns ein besonderes Anliegen, die DDR multiperspektivisch Blick zu nehmen. Die DDR wird also nicht nur von „oben“ betrachtet, sondern das Augenmerk liegt auch auf den widerständigen Entwicklungen und der Suche nach Freiräumen an der Basis der Gesellschaft. Eine besondere Rolle spielt dabei der Blickwinkel der „Generation Einheit“, also der Schüler*innen selbst. Charakteristisch für das Projekt ist wieder, dass in der Ergebnisphase die Frage nach der aktuellen Bewertung der Deutschen Einheit und den Auswirkungen des Vereinigungsprozesses bis ins Heute gestellt und gemeinsam mit den Jugendlichen nach Antworten gesucht wird. Im Podcast stellt Lothar Tautz in seiner ganz eigenen Art das aktuelle Schulprojekt „Ossis-Wessi – Geht’s noch?“ vor. Bei Interesse am Projekt, das an Thüringer Schulen zum Einsatz kommen soll, wenden Sie sich bitte an Frau Ursula Nirsberger: Ursula.Nirsberger@tsk.thueringen.de
Das KZ Buchenwald 1937 bis 1945 | Interview mit Dr. Michael Löffelsender
23.12.2020
Die aktuelle Publikation der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen stellt die Geschichte des KZ Buchenwald kompakt vor. Radio F.R.E.I. sprach mit dem Autor und Historiker Dr. Michael Löffelsender. Zum Inhalt des Buchs: Im Sommer 1937 ließ die SS auf dem Ettersberg nahe der Stadt Weimar das KZ Buchenwald errichten. Es wurde zu einem der größten nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bis zur Befreiung im April 1945 durchliefen mehr als eine Viertelmillion Menschen aus nahezu allen Ländern Europas das Lager auf dem Ettersberg oder eines seiner 130 Außenlager. 56.000 von ihnen überlebten nicht. Der vorliegende Band stellt die Geschichte des KZ Buchenwald in wesentlichen Zügen, Entwicklungen und Zusammenhängen vor. Der Blick auf die Binnengeschichte des Lagers wird verbunden mit dem Blick auf die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus - eine Gesellschaft, die Ausgrenzung und Konzentrationslager überwiegend für gerechtfertigt hielt und sich der Lager und Häftlinge auf vielfältige Art und Weise bediente.
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